Am vergangenen Wochenende gipfelte in Köln der Christopher Street Day (CSD) in einer großen Parade. Bei gutem Wetter schlenderte eine wahrhaft bunt gemischte Menschenmenge zum Umzug: Familien mit Kindern, Drag Queens (und Kings), Grüppchen von Junggesellinnen, Ledermänner, miteinander ergraute Ehepaare, ... Kurzum: Ein großes Spektakel des Lebens und Leben-Lassens.
Zwei Kilometer weiter eine andere Welt. In der U-Bahn-Station Kalk-Post hält sich eine Gruppe junger Deutsch-Türken auf. Jeder scheint möglichst lautstark darauf bedacht, sich zu profilieren und Eindruck zu schinden. "Ey, der da geht bestimmt auch zu dieser Schwulen-Veranstaltung!" ruft einer. Ein anderer stachelt ihn auf: "Gehst du zu den Schwulen?! Du gehst doch selber zu den Schwulen!" Es entsteht ein längeres hin und her von gegenseitiger Bezichtigung, dass einer zur Parade ginge, und selbstverständlich weist ein jeder den Verdacht weit von sich - alles halb Scherz, halb Ernst. Offensichtlich will keiner von ihnen etwas mit "denen" zu tun haben, doch man spürt ihnen die heimliche Neugier und vielleicht auch etwas Faszination ab. Ihr Gespräch kehrt immer wieder zum scheinbar Verbotenen zurück. Innerhalb dieser Gruppenkonstellation wird wohl keiner von ihnen den Mut und das Selbstbewusstsein aufbringen, drei Stationen weiter zu fahren und sich einfach sein eigenes Bild zu machen. Ich bedaure sie heimlich wegen der Grenzen, die ihnen ihre Kultur und Sozialisation gesetzt hat.
Ich stelle mir vor, wie es wohl wäre, wenn sich einer von ihnen tatsächlich zur Parade traute. Wie würde er reagieren auf eine über 2 Meter hohe und verbal schlagfertige Drag Queen? Was sollte er von einem der muskelbepackten "Bären" halten, dessen fast schon überzeichnete Männlichkeit so gar nicht dem Vorurteil der "weibischen Tunte" entspricht? Welche Gedanken würde er haben angesichts von Menschen, die sich eben nicht auf den ersten Blick einem männlichen oder weiblichen Rollenbild zuordnen lassen, für die diese Bezeichnungen womöglich ganz und gar unpassend sind? Ich muss lächeln bei dem Gedanken, dass die meist gut parfümierten, perfekt frisierten und sehr auf ihr Äußeres bedachten Jung-Türken ja unfreiwillig selbst ins Klischee des effeminierten Schwulen passen. Sicher, das ist vor allem kulturell bedingt, aber es entbehrt einer gewissen Komik nicht.
Letzten Endes ermöglicht der CSD vor allem eines: Wahrnehmen anderer Menschen als Menschen. Jenseits der schönen Schubladen, in die man sie sonst so gerne gesteckt hätte. Wer einfach einmal neben einem Transsexuellen oder in einer Gruppe heiterer Lesben steht und gemeinsam eine Bratwurst und ein Kölsch verdrückt, der verliert die Scheu der Ahnungslosigkeit, und das christliche Abendland (bzw. das islamische Morgenland) geht darüber auch nicht unter.
À propos christliches Abendland: Im Rahmen des CSD fanden gleich mehrere Gottesdienste statt, vor allem auch durch Anregung und unter Gestaltung durch die LGBTIQ-Community. Ich finde es bemerkenswert, dass hier Menschen die Arme ausstrecken nach einer Religion, deren Vertretern sie - weiß Gott - wenig gutes zu verdanken haben. Schritte der Versöhnung, die dem CSD seinen Wert verleihen.
Ventil meiner flüssigen und überflüssigen Gedanken
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Montag, 7. Juli 2014
Montag, 21. Oktober 2013
So viel schlechte Laune unter Deutschlands Graffiti-Künstlern (und Künstlerinnen)? Wären sie nur ein paar Meter weiter gegangen, hätten sie sich die Kölsche Sonne auf's Gemüt scheinen lassen können:
Donnerstag, 18. April 2013
Die Höhenberg-Girls
Wenn ich von den Höhenberg-Girls (gesprochen: "Höhenbärrg-Görrrlss") rede, meine ich damit meistens einen ganz bestimmten Typ von Mädchen:
- zwischen 12 und 17 Jahre alt
- massiv blond oder schwarz gefärbtes Haar
- kreischige Stimme und aufdringliches Lachen
- mehr Schminke im Gesicht als Haut
- Leute-anpöbelnd, bevorzugt Migranten, Ausländer, Kranke oder sonstwie andersartige, sowie gleichaltrige
- mit dem Handy verwachsen, lautstark telefonierend
- brutaler Sprachduktus
- evtl. in Begleitung eines "Freunds", den sie wie ein Spielzeug hinter sich herschleift, der jünger aussieht als sie, und der ihr weder körperlich noch stimmlich gleichkommen kann
- rauchend
- oft in Nieten-Wohlfühlhose oder anderen Stoffen aus Ballonseide
- optional: Nasenring oder Piercing
Kurzum: Es sind Mädchen, die sich von einem raubeinigen Klempner nur darin unterscheiden, dass bei ihnen das Klempner-Dekolleté nicht unten hintern, sondern oben vorn angebracht ist.
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| Klempner-Dekolleté oder Höhenberg-Girl? |
Vor einigen Tagen sind mir drei dieser Mädels begegnet. Zwei davon gingen der anderen voraus. Schließlich quäkte die Nachzüglerin - die mir wegen ihrer zusammenhängenden Augenbraue besonders gut in Erinnerung ist - lautstark durch die ganze Straße:
Neue Worte schaffen neue Ausdrucksmöglichkeiten und helfen, alte Bedeutungen loszuwerden. "Bitch" ist längst ein Wort geworden, mit dem manche Mädchen sich selbst und andere bezeichnen, ohne es als Schimpfwort zu deuten. "Wo bleibt denn die Bitch?" ("Wo bleibt sie nur?")
Diesen Wandel vom Schimpfwort zur Alltagssprache und Selbstbezeichnung haben schon viele andere Begriffe erlebt. "Nerd" ("Streber") ist inzwischen cool, "Sau" ist inzwischen ein Kompliment, "schwul" wird bald den Wandel zur wertfreien Bezeichnung geschafft haben.
Ich begrüße es, wenn Schimpfworte ihre Schrecken verlieren und umgedeutet werden. Leider treten an die Stelle der alten Worte aber immer neue Worte, mit denen Vorurteile, Ausgrenzung und Hass geäußert werden. Lasst uns deswegen soviele Schimpfworte wie möglich in den Alltag ziehen, um es den "Haters", "Bullies" und Schwachköpfen dieser Welt ein bisschen schwerer zu machen.
Die fabelhafte Sookee macht es uns vor:
Also, los geht's, ihr Bitches dieser Welt! (Und natürlich auch ihr Höhenberg-Girls!)
"Bitches?! Ey, wartet mal, Bitches!!"Nun muss man wissen: "Bitch" ist das englische Wort für "Schlampe". Hat das Mädchen ihre beiden Freundinnen damit nun beleidigt? Gewiss nicht. Ich wurde nur Zeuge der alltäglichen Fortentwicklung unserer Sprache. Worte wie "Bitches", "Homies" und "Opfer" halten in Windeseile Einzug in den alltäglichen Sprachgebrauch der Jugend und damit auf kurz oder lang auch der gesamten Gesellschaft. Kulturkonservative beschweren sich über "Verrohung der Sprache", ich nenne es lieber wertfrei Wandel der Sprache. Und eigentlich ist das eine gute Sache!
Neue Worte schaffen neue Ausdrucksmöglichkeiten und helfen, alte Bedeutungen loszuwerden. "Bitch" ist längst ein Wort geworden, mit dem manche Mädchen sich selbst und andere bezeichnen, ohne es als Schimpfwort zu deuten. "Wo bleibt denn die Bitch?" ("Wo bleibt sie nur?")
Diesen Wandel vom Schimpfwort zur Alltagssprache und Selbstbezeichnung haben schon viele andere Begriffe erlebt. "Nerd" ("Streber") ist inzwischen cool, "Sau" ist inzwischen ein Kompliment, "schwul" wird bald den Wandel zur wertfreien Bezeichnung geschafft haben.
Ich begrüße es, wenn Schimpfworte ihre Schrecken verlieren und umgedeutet werden. Leider treten an die Stelle der alten Worte aber immer neue Worte, mit denen Vorurteile, Ausgrenzung und Hass geäußert werden. Lasst uns deswegen soviele Schimpfworte wie möglich in den Alltag ziehen, um es den "Haters", "Bullies" und Schwachköpfen dieser Welt ein bisschen schwerer zu machen.
Die fabelhafte Sookee macht es uns vor:
Also, los geht's, ihr Bitches dieser Welt! (Und natürlich auch ihr Höhenberg-Girls!)
Mittwoch, 10. April 2013
Weniger bloggen, mehr malochen... mehr bloggen
Die sozialen Medien und die Arbeit... das ist so eine Sache. Inzwischen ist fast ein Monat seit meinem letzten Post vergangen. Das heißt allerdings nicht, dass ich in dieser Zeit nicht gebloggt hätte, ganz im Gegenteil. Ich habe meinen Arbeitgeber dazu bewegen können, firmeninterne Blogs zu gestatten. Seither blogge ich sozusagen professionell und nutze diesen Kommunikationsweg zur Verbreitung von Wissen, das sonst mit mir gekommen und mit mir gegangen wäre. Nun hängt der Erfolg solch einer Aktion aber auch an den Lesern - werden meine durchweg älteren Kollegen auf den Zug aufspringen, die Posts lesen oder selbst welche verfassen?
Gerade in einem Unternehmen mit mehreren Standorten sehe ich den Vorteil, dass man eben nicht im gleichen Raum sitzen muss, nicht erst die Telefonnummer wählen muss, nicht erst "stören" muss, um zu kommunizieren. Ob dieser Vorteil der sozialen Medien bei meinem Arbeitgeber funktionieren kann, muss sich erst noch zeigen. An mir soll's nicht liegen.
Gerade in einem Unternehmen mit mehreren Standorten sehe ich den Vorteil, dass man eben nicht im gleichen Raum sitzen muss, nicht erst die Telefonnummer wählen muss, nicht erst "stören" muss, um zu kommunizieren. Ob dieser Vorteil der sozialen Medien bei meinem Arbeitgeber funktionieren kann, muss sich erst noch zeigen. An mir soll's nicht liegen.
Montag, 26. November 2012
Schwäbisches Kleinstadtidyll (2)
Seltsame Graffiti Kunst in schwäbischen Kleinstädten scheint weiter verbreitet, als zunächst gemutmaßt.
Mittwoch, 31. Oktober 2012
Geh mir weg mit Osterhasen...
... ich will Spekulatius!
Lieber Einzelhandel!
Nur in 4 von 12 Monaten im Jahr versorgst du mich mit würzigen Keksen in Elefanten-, Pferd- Schiff- und Windmühlenform. Danach lässt du mich wieder 8 Monate allein mit meinem Hunger und meinem Bedürfnis nach zuckersüßen Leckerli. Wie gerne würde ich auch im Juni dem Genuss dieser Backwaren frönen; allein: Du verwehrst es mir. Ich glaube nicht daran, dass die Ursache dafür in mangelnden Rohstoffen zu suchen ist. Und an der Kundschaft liegt es auch nicht, schließlich hast du ja mich. Was sonst kann dich davon abhalten, dieses Grundnahrungsmittel ganzjährig feil zu bieten? Bitte erbarme dich mit mir und räume die Spekulatius im Dezember nicht aus den Regalen.
Mit freundlichen Grüßen,
Daniel
PS.: Auf Dominosteine, Butterstollen und Weihnachtsmänner kann ich - wenn auch unter Schmerzen - verzichten.
Ganzjährig lecker: Schiffe, Mühlen, Elefanten und Pferde aus Teig.
Lieber Einzelhandel!
Nur in 4 von 12 Monaten im Jahr versorgst du mich mit würzigen Keksen in Elefanten-, Pferd- Schiff- und Windmühlenform. Danach lässt du mich wieder 8 Monate allein mit meinem Hunger und meinem Bedürfnis nach zuckersüßen Leckerli. Wie gerne würde ich auch im Juni dem Genuss dieser Backwaren frönen; allein: Du verwehrst es mir. Ich glaube nicht daran, dass die Ursache dafür in mangelnden Rohstoffen zu suchen ist. Und an der Kundschaft liegt es auch nicht, schließlich hast du ja mich. Was sonst kann dich davon abhalten, dieses Grundnahrungsmittel ganzjährig feil zu bieten? Bitte erbarme dich mit mir und räume die Spekulatius im Dezember nicht aus den Regalen.
Mit freundlichen Grüßen,
Daniel
PS.: Auf Dominosteine, Butterstollen und Weihnachtsmänner kann ich - wenn auch unter Schmerzen - verzichten.
Mittwoch, 12. September 2012
Wacht auf...
... denn eure Träume sind schlecht!
Gelebte Sozialkritik in unmittelbarer Nähe der Albrechtsburg zu Meißen. Graffiti, die bei Hauseigentümern unbeliebteste Kunstart, in ihrer grünsten Form. Was wohl Lessing hierzu gesagt hätte?
Montag, 27. August 2012
Schwäbisches Kleinstadtidyll
Auch vor schwäbischen Kleinstädten macht die Aufklärung keinen Halt. Diskussionskultur auf Stein, unbekannter Künstler.
Dienstag, 21. August 2012
Windows Communication Foundation - Monster die Zweite
Es gibt Neuigkeiten von der Front mit WCF und dem Hosten eines Services mit WsHttpBindung und NetTcpBinding im IIS.
Also musste ich mal wieder selber alles herausfinden, was - natürlich - erheblich viel Zeit in Anspruch nimmt, aber das kennen wir bei WCF ja schon.
Also prüfte ich zuerst meine Konfiguration. In meiner Not habe ich sogar alle Ratschläge aus dem IIS Blog befolgt (die Anmerkungen zu Application Pools sind erhellend!), jedoch erfolglos.
Nach ratlosem Suchen bemerkte ich eher zufällig: Es gibt eine Methode des Services, die sich via NetTcpBinding erfolgreich aufrufen lässt. Das bedeutet also, dass IIS, Betriebssystem und WCF grundsätzlich richtig eingerichtet sind.
Also analysierte ich genauer die Methoden, die sich nicht aufrufen ließen. Dazu heftete ich meinen Debugger an den Worker Process des IIS an. So konnte ich feststellen, dass die Methoden fehlerfrei ausgeführt wurden, und zwar bis zur return-Anweisung.
Nun muss man wissen, dass die Methoden DataSet-Instanzen liefern. Hat WCF etwa ein Problem bei der Serialisierung und dem Versand von DataSets? Da viele Leute genau sowas schon gemacht haben, lautet die ermunternde Antwort: Nein. Stattdessen fand ich den Ratschlag auf StackOverflow, man solle die Quotas erhöhen.
Die Quotas legen u.a. die Maximalgröße von Arrays, Nachrichtenblöcken und Paketen fest. Wenn diese Größen überschritten werden, kommt es in WCF zu Exceptions. Und diese Fehler heißen dann nicht etwa "Quota XY exceeded", was einem ja einen Hinweis auf die Fehlerursache geben könnte, sondern... hm... z.B. "This request operation sent to XY did not receive a reply within the configured timeout", was uns natürlich in die total falsche Richtung schickt.
Nachdem ich die Quotas also entsprechend erhöht habe, lassen sich beide Bindings betreiben.
Ich möchte einen Toast aussprechen auf Microsoft und die Kunst, Probleme beim Namen zu nennen.
Nachdem es mir beim letzten Mal gelungen ist, meinen Service endlich im IIS zu hosten, hatte ich noch Probleme beim Aufruf. So konnte ich problemlos mit dem WsHttpBinding arbeiten, bekam aber beim NetTcpBinding einen Timeout mit folgender Beschreibung:
"The sequence has been terminated by the remote endpoint. Due to a user abort the reliable session cannot continue. The reliable session was faulted."Diese und ähnliche Fehlermeldungen werden von WCF erzeugt, wenn irgendwas schief geht. Leider erachtet WCF es nicht für nötig, mich darüber zu informieren, was genau das Problem war. Ist IIS falsch konfiguriert? Ist WCF falsch konfiguriert? Stimmt meine web.config oder app.config nicht? Muss eine Betriebssystem-Einstellung angepasst werden? Kann es an der Firewall liegen? Auf alle diese Fragen gibt WCF mir keine Antwort, sondern nur kryptische und völlig uninformative Meldungen.
Also musste ich mal wieder selber alles herausfinden, was - natürlich - erheblich viel Zeit in Anspruch nimmt, aber das kennen wir bei WCF ja schon.
Also prüfte ich zuerst meine Konfiguration. In meiner Not habe ich sogar alle Ratschläge aus dem IIS Blog befolgt (die Anmerkungen zu Application Pools sind erhellend!), jedoch erfolglos.
Nach ratlosem Suchen bemerkte ich eher zufällig: Es gibt eine Methode des Services, die sich via NetTcpBinding erfolgreich aufrufen lässt. Das bedeutet also, dass IIS, Betriebssystem und WCF grundsätzlich richtig eingerichtet sind.
Also analysierte ich genauer die Methoden, die sich nicht aufrufen ließen. Dazu heftete ich meinen Debugger an den Worker Process des IIS an. So konnte ich feststellen, dass die Methoden fehlerfrei ausgeführt wurden, und zwar bis zur return-Anweisung.
Nun muss man wissen, dass die Methoden DataSet-Instanzen liefern. Hat WCF etwa ein Problem bei der Serialisierung und dem Versand von DataSets? Da viele Leute genau sowas schon gemacht haben, lautet die ermunternde Antwort: Nein. Stattdessen fand ich den Ratschlag auf StackOverflow, man solle die Quotas erhöhen.
Die Quotas legen u.a. die Maximalgröße von Arrays, Nachrichtenblöcken und Paketen fest. Wenn diese Größen überschritten werden, kommt es in WCF zu Exceptions. Und diese Fehler heißen dann nicht etwa "Quota XY exceeded", was einem ja einen Hinweis auf die Fehlerursache geben könnte, sondern... hm... z.B. "This request operation sent to XY did not receive a reply within the configured timeout", was uns natürlich in die total falsche Richtung schickt.
Nachdem ich die Quotas also entsprechend erhöht habe, lassen sich beide Bindings betreiben.
Ich möchte einen Toast aussprechen auf Microsoft und die Kunst, Probleme beim Namen zu nennen.
Freitag, 17. August 2012
Windows Communication Foundation - Monster!!!
Ich versuche seit Stunden, einen bestehenden asmx Web Service meines Arbeitgebers gleichzeitig als WCF Service im IIS hosten zu lassen. Dabei will ich zunächst ein WsHttpBinding anbieten, und später ein NetTcpBinding.
Aber dieses Problem entpuppt sich als extrem komplex, was mich verwundert, denn die Aufgabenstellung ist kinderleicht. Mittlerweile kann ich WCF einfach nicht mehr hören. Microsoft prahlt unentwegt damit, wie toll diese Technik sein soll, ich aber sage euch: BULLSHIT! Im 21. Jahrhundert komplizierte XML Konfigurationen von Hand nehmen? Dokumentation - Fehlanzeige? Fehlerdiagnose = Eventlog? Fehlermeldungen, die überhaupt keine Anhaltspunkte liefern, was man falsch macht? Keine grafische Unterstützung durch Visual Studio oder IIS? Echt zum Kotzen das alles, aber leider alternativlos.
Also, hier die Chronik meines Leidens:
Ab das Binding für NetTCP habe ich ja noch gar nicht in die web.config geschrieben. Ich ahne, dass hier noch unangenehme Arbeit auf mich wartet. Und vor allem viel handgeschriebener XML Konfigurationscode.
Das Problem: Es ist fast unmöglich, Informationen darüber zu finden, wie das NetTcpBinding im IIS aufgesetzt werden muss.
Ich habe meinen bestehenden asmx Web Service als WCF Service im IIS mit zwei Endpunkten (WsHttpBinding und NetTcpBinding) veröffentlicht.
Aber an der Stelle hört das Drama leider noch nicht auf. Da mein asmx Web Service rege auf die Session-Variable zugreift (zu meiner großen Freude!), werde ich noch etliche Anpassungen vornehmen müssen, denn in WCF macht man das anders.
Mir stehen also noch spannende Ereignisse bevor...
Aber dieses Problem entpuppt sich als extrem komplex, was mich verwundert, denn die Aufgabenstellung ist kinderleicht. Mittlerweile kann ich WCF einfach nicht mehr hören. Microsoft prahlt unentwegt damit, wie toll diese Technik sein soll, ich aber sage euch: BULLSHIT! Im 21. Jahrhundert komplizierte XML Konfigurationen von Hand nehmen? Dokumentation - Fehlanzeige? Fehlerdiagnose = Eventlog? Fehlermeldungen, die überhaupt keine Anhaltspunkte liefern, was man falsch macht? Keine grafische Unterstützung durch Visual Studio oder IIS? Echt zum Kotzen das alles, aber leider alternativlos.
Also, hier die Chronik meines Leidens:
- Der asmx Web Service und seine Methoden müssen mit WCF Attributen versehen werden, wie Kenny Wolf beschreibt - bitte ignoriert aber seine web.config.
- Nun fügt man dem ASP.NET Projekt mit dem asmx Web Service einen WCF Service hinzu (.svc-Datei). Das kann man mit Visual Studio machen, dann werden schon einige tolle Eintragungen in die web.config getätigt. Die svc-Datei muss man bearbeiten und als neue Code-Behind-Datei die bestehende asmx.cs-Datei eintragen. Die alte Code-Behind-Datei kann man wegwerfen.
- Nun muss man in der MSDN nachlesen, wie man den Service konfiguriert. Schließlich zwingt WCF uns zum Verfassen von XML Konfigurationsdaten in epischem Ausmaß. Von Hand, versteht sich.
- Danach geht's immernoch nicht, weil WCF bei mir noch gar nicht im IIS registriert ist. (What the f*ck...) Also ServiceModelReg aufrufen.
- Danach geht's immernoch nicht, weil IIS noch nicht verkraftet, dass mein WCF Service erstmal nur ein WsHttpBinding mitbringt. Also schnell bei StackOverflow nach der Lösung dafür suchen: Vorübergehend schalte ich Net.Tcp ab. Auf .NET 4 will ich nicht aktualisieren, also muss ich wieder einen Sermon in die XML Konfiguration aufnehmen, etwa so:
<serviceHostingEnvironment>
<baseAddressPrefixFilters>
<add prefix="net.tcp://localhost"/>
</baseAddressPrefixFilters>
</serviceHostingEnvironment>
Ab das Binding für NetTCP habe ich ja noch gar nicht in die web.config geschrieben. Ich ahne, dass hier noch unangenehme Arbeit auf mich wartet. Und vor allem viel handgeschriebener XML Konfigurationscode.
Das Problem: Es ist fast unmöglich, Informationen darüber zu finden, wie das NetTcpBinding im IIS aufgesetzt werden muss.
- Unbedingt nachvollziehen sollte man die Schritte aus einem Schweizer MSDN Blog.
- Und nicht vergessen: Den Workaround aus Schritt 5 (oben) wieder entfernen, sonst geht's nämlich wieder nicht und man sucht stundenlang, weil es keine richtige Fehlermeldung gibt.
Ich habe meinen bestehenden asmx Web Service als WCF Service im IIS mit zwei Endpunkten (WsHttpBinding und NetTcpBinding) veröffentlicht.
Aber an der Stelle hört das Drama leider noch nicht auf. Da mein asmx Web Service rege auf die Session-Variable zugreift (zu meiner großen Freude!), werde ich noch etliche Anpassungen vornehmen müssen, denn in WCF macht man das anders.
Mir stehen also noch spannende Ereignisse bevor...
Montag, 9. Juli 2012
Ich würd' es wieder tun!
"Würden Sie uns empfehlen?", so fragt mich ein Fragebogen eines Hotels, um die Qualität der Dienstleistung zu verbessern. Die Frage ist spannend, wenn es darum geht, was man tun und was man lassen sollte. So ist es in Frankreich Brauch, bei Rot über Fußgängerampeln zu gehen. Würden Sie das Ihren Kindern empfehlen? Selbstverständlich nicht. Ganz generell stellt sich die Frage, ob man etwas tun sollte, was man seinen Kindern nicht raten würde. Das Alte Testament fasst diesen Ratschlag im Gebot der Nächstenliebe zusammen, das sich frei übersetzt nach: "Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem andren zu."
Ich frage mich, wie die Welt aussähe, wenn es mehr in Mode käme, seine Handlungsweise zu hinterfragen, ob sie empfehlenswert ist. Nur wegen der Qualitätssicherung und so...
Aber dieser Blog-Post soll jetzt nicht vor Schwermut und Weltverbesserungsgedusel überquellen. Ich bin nach meinem Urlaub gut erholt wieder da und strotze nur so vor Schaffensdrang! (Ich habe mir sogar ein Ausrufezeichen gegönnt...)
Deswegen bekommt ihr von mir ein Lied, und ein Urlaubs-Bild:
Ich war in:
und ich würd' es wieder tun:
Ich frage mich, wie die Welt aussähe, wenn es mehr in Mode käme, seine Handlungsweise zu hinterfragen, ob sie empfehlenswert ist. Nur wegen der Qualitätssicherung und so...
Aber dieser Blog-Post soll jetzt nicht vor Schwermut und Weltverbesserungsgedusel überquellen. Ich bin nach meinem Urlaub gut erholt wieder da und strotze nur so vor Schaffensdrang! (Ich habe mir sogar ein Ausrufezeichen gegönnt...)
Deswegen bekommt ihr von mir ein Lied, und ein Urlaubs-Bild:
Ich war in:
| Nîmes |
und ich würd' es wieder tun:
Schlagworte:
Gott,
Musik,
Nachdenkliches,
Tagebuch
Montag, 18. Juni 2012
Die Schönste Stadt der Welt...
Dienstag, 31. Januar 2012
Origami
Krepppapier, LEDs, Gardinenstoff, Kleber und ein paar Schrauben. Fertig ist Daniels Lichterblütenkette:
Montag, 26. Dezember 2011
Vom Frieden
Das Ende eines Jahres ist immer ein willkommener Moment, die vergangene Zeit Revue passieren zu lassen und zu bedenken, was alles gewesen ist. Rein "objektiv" gesehen war 2011 ein schreckliches Jahr: Überschwemmungen, Bürgerkriege, Revolten, Atomkatastrophen, Krisen... das ist mehr Angst und Not, als man sich wünschen kann.
Dennoch wird mir 2011 nicht als ein Schreckensjahr in Erinnerung bleiben. Manchmal scheint das menschliche Gehirn einen bemerkenswerten Spam- oder Angstfilter zu beinhalten, oder es liegt an den positiven Neuerungen, die dieses Jahr für mich gebracht hat. Durch eine rosarote Brille sehen eben Felsen nicht mehr grau aus.
Weihnachten ist das Fest, das sich mit der Geburt von Jesus beschäftigt, der uns mit Gott versöhnt und Frieden schafft. Bisweilen sehen wir wenig von diesem Frieden. Ich weiß nicht, ob ich immer die richtige Erwartung an diesen Frieden hatte oder habe, denn politischer Friede und Friede mit Gott, das sind wohl zwei schwer zu vergleichende Dinge. Friede mit Gott, das ist die Gewissheit, als Mensch gewollt, mit einem Ziel geschaffen, und auf eine ewige Zukunft hin gemacht zu sein. Für mich unverzichtbar.
Zugleich begleitet uns durch die Weihnachtszeit der Wunsch nach einem guten Leben auf der Erde, ohne Hunger, ohne Enttäuschung, ohne Gewalt, ohne Unterdrückung, ohne Ausgrenzung, ohne Leid. Es ist eine idealistische, verträumte Idee.
Das Bild am Beginn dieses Beitrags stellt eine kleine Pflanze dar, die sich durch die dicken Steinplatten unter einer Bank in einem spanischen Dorf zwängt. An einem Ort, an dem keine Hoffnung auf Leben zu bestehen scheint, sind es die mutigen Erstbesiedler, die Raum für Hoffnung schaffen. Es sind die Menschen, die dir ein freundliches Lächeln schenken, die für dich da sind, wenn du Hilfe brauchst, die gut von dir reden, wenn du nicht dabei bist, die dich mögen, obwohl sie dich kennen.
Jeder von uns ist gefragt, ein Erstbesiedler zu sein und auszuloten, wo es in seiner Macht steht, Frieden zu schaffen. Frieden ist Gottes Erfindung, nicht die unsere. Aber Frieden zu schaffen durch Warmherzigkeit, Offenheit, Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit, diese Aufgabe teilt er mit uns.
Ich wünsche mir ein Jahr 2012, in dem Gott viele Menschen befähigt, diese Aufgabe zu ergreifen.
Dienstag, 6. Dezember 2011
Dä Knääch Rupprech ess wigger em Hus!
Wie in jedem Jahr, so stattet auch dieses mal wieder der Nikolaus einen Besuch ab bei allen meinen Nachbarn. Furchtbar unauffällig... Es ist inzwischen eine kleine Tradition daraus geworden, ursprünglich entstanden aus einer Nikolaus-Studentenwohnheim-Aktion der Hochschul-SMD in Jena. Wir hatten damals süße kleine Pakete zusammengeschnürt mit einem Flyer, einer Kerze, einem Tannenzweig, etwas Süßem, etwas Tee. War alles furchtbar günstig und billig damals, aber kleine Überraschungen machen das Leben schön. Also führe ich das Ritual in kleinerem Maßstab jedes Jahr wieder weiter an allen Leuten, die im gleichen Haus wohnen. In diesem Jahr ohne Tannenzweig und Tee, aber dafür mit mehr Süßem, ist schließlich ein straffer Winter, den es zu überbrücken gilt. Auch die Bast-Schleifchen scheinen mir doch besonders gut gelungen. Es gibt allen Grund, am Ende eines sehr bewegten Jahres zurückzublicken und ein Frohes Fest zu wünschen.„Und das Wort ward Fleisch und
wohnte unter uns, und wir sahen
seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit
als des eingeborenen Sohnes
vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
(Johannes 1, 14)
Mittwoch, 16. November 2011
Softwareupgrade
Gestern Abend habe ich beschlossen, mein Betriebssystem auf den neusten Stand zu bringen, also her mit Ubuntu Oneiric Ocelot. Bislang hatte ich gute Erfahrungen beim Upgrade von Ubuntu gemacht und war mir daher sicher: Es wird schon nix schiefgehen.
Mein gutes Gefühl währte bis zum abschließenden Rechnerneustart. Die grafische Oberfläche, an der man sich anmeldet, erschien nämlich nicht. Schluck! Ein modernes Betriebssystem ohne Grafik? ... Keine gute Idee!
Nun war es schon recht spät, aber ein Informatiker mit kaputtem Betriebssystem, das hat dann doch meine Berufsehre gekränkt. Daher schlug ich mir die Nacht um die Ohren. Woran lag's? Offensichtlich hat der proprietäre Nvidia-Grafiktreiber beim Upgrade seinen Dienst quittiert. Die Lösung beschränkte sich also darauf, die Datei /etc/X11/xorg.conf zu löschen und den Rechner neu zu starten. Danach konnte man den Treiber einfach wieder installieren.
Da bin ich nun, ich stolzer Mann, mit meinem neuen Betriebssystem. So ganz glücklich bin ich damit noch nicht, an die neuen Konzepte der Gnome-3-Shell muss ich mich erst gewöhnen und die Anpassungsmöglichkeiten sind sehr unbequem. Also muss man sich etwas mühsam durch diverse Anleitungen zum Fein-Tuning kämpfen, und auch so manche Kinderkrankheiten überwinden, z.B. zeigt die Gnome-Shell viele Anwendungen doppelt an.
Dennoch, es ist vollbracht:
Ubuntu Oneiric Ocelot mit Gnome-3 ist ein bisschen wie ein tolles Abendkleid: Wenn man erst mal drin steckt sieht es umwerfend aus, aber irgendwie zwickt den ganzen Abend lang irgendwo noch eine Naht.
Im Gegensatz zu Kunden von Firmen mit bunten Fenstern auf dem Logo darf ich aber die Hoffnung genießen, dass die nächsten Upgrades hier entscheidende Verbesserungen mit sich bringen.
Drückt mir dir Daumen!
Mein gutes Gefühl währte bis zum abschließenden Rechnerneustart. Die grafische Oberfläche, an der man sich anmeldet, erschien nämlich nicht. Schluck! Ein modernes Betriebssystem ohne Grafik? ... Keine gute Idee!
Nun war es schon recht spät, aber ein Informatiker mit kaputtem Betriebssystem, das hat dann doch meine Berufsehre gekränkt. Daher schlug ich mir die Nacht um die Ohren. Woran lag's? Offensichtlich hat der proprietäre Nvidia-Grafiktreiber beim Upgrade seinen Dienst quittiert. Die Lösung beschränkte sich also darauf, die Datei /etc/X11/xorg.conf zu löschen und den Rechner neu zu starten. Danach konnte man den Treiber einfach wieder installieren.
Da bin ich nun, ich stolzer Mann, mit meinem neuen Betriebssystem. So ganz glücklich bin ich damit noch nicht, an die neuen Konzepte der Gnome-3-Shell muss ich mich erst gewöhnen und die Anpassungsmöglichkeiten sind sehr unbequem. Also muss man sich etwas mühsam durch diverse Anleitungen zum Fein-Tuning kämpfen, und auch so manche Kinderkrankheiten überwinden, z.B. zeigt die Gnome-Shell viele Anwendungen doppelt an.
Dennoch, es ist vollbracht:
Ubuntu Oneiric Ocelot mit Gnome-3 ist ein bisschen wie ein tolles Abendkleid: Wenn man erst mal drin steckt sieht es umwerfend aus, aber irgendwie zwickt den ganzen Abend lang irgendwo noch eine Naht.
Im Gegensatz zu Kunden von Firmen mit bunten Fenstern auf dem Logo darf ich aber die Hoffnung genießen, dass die nächsten Upgrades hier entscheidende Verbesserungen mit sich bringen.
Drückt mir dir Daumen!
Donnerstag, 3. November 2011
Wenn Menschen sich lange nicht melden...
... dann geht es ihnen meistens gut! Oder sie sind tot. Wie dem auch sei, in meinem Falle ersteres. (Gut und tot muss sich ja nicht widersprechen, zumindest glaube ich das...)
Es kommt mir vor, als hätte ich ewig (naja, nicht gleich ewig, aber monatelang) nicht mehr gebloggt, und nun fühlt es sich schon beinahe fremdartig an. Höchste Zeit also, wieder ein paar Lebenszeichen ins Netz zu stellen. Schaut mal aus dem Fenster. Macht es ruhig auf. Nehmt einen tiefen Atemzug. Riecht ihr das? Es duftet nach altem Laub, nach Winter und nach nasser Erde. Wunderschön.
Ein guter Freund schrieb mir kürzlich: Der Mensch ist für den Himmel gemacht. Und ich entgegnete ihm: Die Erde ist für den Menschen gemacht. In Zeiten wie diesen fällt es mir erstaunlich leicht, das zu glauben. Das bedeutet nicht, dass immer alles einfach, leicht und wundervoll ist - das ist es auch jetzt nicht. Aber ich genieße die bunten Farben des Herbstes, die Hoffnung, die in Glaube wohnt, und die Schmetterlinge im Bauch. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wann ich mich jemals so gefühlt habe.
In anderen Worten: Jaaaaaaa, er lebt noch!
Es kommt mir vor, als hätte ich ewig (naja, nicht gleich ewig, aber monatelang) nicht mehr gebloggt, und nun fühlt es sich schon beinahe fremdartig an. Höchste Zeit also, wieder ein paar Lebenszeichen ins Netz zu stellen. Schaut mal aus dem Fenster. Macht es ruhig auf. Nehmt einen tiefen Atemzug. Riecht ihr das? Es duftet nach altem Laub, nach Winter und nach nasser Erde. Wunderschön.
Ein guter Freund schrieb mir kürzlich: Der Mensch ist für den Himmel gemacht. Und ich entgegnete ihm: Die Erde ist für den Menschen gemacht. In Zeiten wie diesen fällt es mir erstaunlich leicht, das zu glauben. Das bedeutet nicht, dass immer alles einfach, leicht und wundervoll ist - das ist es auch jetzt nicht. Aber ich genieße die bunten Farben des Herbstes, die Hoffnung, die in Glaube wohnt, und die Schmetterlinge im Bauch. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wann ich mich jemals so gefühlt habe.
In anderen Worten: Jaaaaaaa, er lebt noch!
Montag, 17. Oktober 2011
Wenn nix dazwischenkommt
Heute stand ich einige Zeit im Stau - ein LKW hatte bei Mühlheim einen Achsbruch, weswegen sich der Verkehr kilometerweit über die drei Autobahnen A3, A4 und A59 und die umliegenden Bundesstraßen aufstaute.
An manchen Tagen ist es so, als würde man nicht vom Fleck kommen - Achsbruch, null Power, alles verbaut. Es sind diese Tage, an denen man irgendwie nie Empfang hat, wo einem immer was dazwischenkommt, als würde man durch Wasser waten.
Es sind diese Tage, in denen Windows Megatonnen von Updates einspielt, obwohl du dringend jemanden anrufen willst! Die Tage, an denen die Oma im Fleischer vor dir die Theke leer kauft! Die Tage, an denen man immer an der längsten Schlange zu stehen scheint!
So habe ich mich heute ein wenig gefühlt. Dann kam ein Anruf meines Vaters (obwohl der Netzempfang in meinem Schlafzimmer schrecklich ist, ich wohne in einem Bunker - im zweiten Stock!), und eine Mail und die Stimme meines Freunds. Den ganzen Tag wie auf Kohlen gesessen. Und schließlich machen mich 15 Minuten zum glücklichsten Mann der Welt. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht (wüsste es gerne), aber ich schlafe heute Nacht wie ein Bär!
Gott meint es wohl gut mit mir.
An manchen Tagen ist es so, als würde man nicht vom Fleck kommen - Achsbruch, null Power, alles verbaut. Es sind diese Tage, an denen man irgendwie nie Empfang hat, wo einem immer was dazwischenkommt, als würde man durch Wasser waten.
Es sind diese Tage, in denen Windows Megatonnen von Updates einspielt, obwohl du dringend jemanden anrufen willst! Die Tage, an denen die Oma im Fleischer vor dir die Theke leer kauft! Die Tage, an denen man immer an der längsten Schlange zu stehen scheint!
So habe ich mich heute ein wenig gefühlt. Dann kam ein Anruf meines Vaters (obwohl der Netzempfang in meinem Schlafzimmer schrecklich ist, ich wohne in einem Bunker - im zweiten Stock!), und eine Mail und die Stimme meines Freunds. Den ganzen Tag wie auf Kohlen gesessen. Und schließlich machen mich 15 Minuten zum glücklichsten Mann der Welt. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht (wüsste es gerne), aber ich schlafe heute Nacht wie ein Bär!
Gott meint es wohl gut mit mir.
Freitag, 26. August 2011
Drei alberne Dinge
Heute habe ich drei alberne Dinge für euch.
Albernes Ding #1:
Kennt ihr diese Bücher aus den Fünfzigern, in denen jungen Mädchen die Grundlagen der Haushaltsführung, des Ehelebens und der Kindererziehung nahegebracht wurden? Das waren so richtige Prachtschinken mit allerlei Anweisungen für die perfekte Hausfrau. Hätte ich das mal lieber gründlich gelesen. Gestern wusch ich meine schöne, tiefrote Tischdecke - zusammen mit zwei weißen T-Shirts und einem noch weißeren Anzugshemd. Was soll ich sagen; ich besitze nun zwei T-Shirts und ein Anzugshemd in zartem Rosée. Irrsinnig sexy.
Albernes Ding #2:
Beim gestrigen "Nach Müde kommt Doof"-Abend entsprangen mir noch folgende Zeilen:
Albernes Ding #3:
Als letztes albernes Ding muss wohl das Lied "Chicken Farm" von den Abodes herhalten. Haben die Jungs da tatsächlich ein Lied über die Arbeit in einer Geflügelfarm abgefasst?
Albernes Ding #1:
Kennt ihr diese Bücher aus den Fünfzigern, in denen jungen Mädchen die Grundlagen der Haushaltsführung, des Ehelebens und der Kindererziehung nahegebracht wurden? Das waren so richtige Prachtschinken mit allerlei Anweisungen für die perfekte Hausfrau. Hätte ich das mal lieber gründlich gelesen. Gestern wusch ich meine schöne, tiefrote Tischdecke - zusammen mit zwei weißen T-Shirts und einem noch weißeren Anzugshemd. Was soll ich sagen; ich besitze nun zwei T-Shirts und ein Anzugshemd in zartem Rosée. Irrsinnig sexy.
Albernes Ding #2:
Beim gestrigen "Nach Müde kommt Doof"-Abend entsprangen mir noch folgende Zeilen:
Das warst du stets und wirst es künftig für mich sein:
Ein Unruh'stifter, den ich mit mir selbst betrog;
Ein Kind, das aus Unwissenheit nicht log;
Ein Herzkasper, den ich aus stillem Wasser zog.
Albernes Ding #3:
Als letztes albernes Ding muss wohl das Lied "Chicken Farm" von den Abodes herhalten. Haben die Jungs da tatsächlich ein Lied über die Arbeit in einer Geflügelfarm abgefasst?
Mittwoch, 17. August 2011
Perlen unserer Sprache
Ich habe mich heute in ein Wort verliebt: Betreuen.
Treue an sich ist etwas wunderbares. Menschen sind in einer Aufgabe treu, wenn sie sich ihr ausdauernd und gewissenhaft widmen. Manche sind ihrem Partner treu, wenn sie ihm oder ihr einen Teil ihrer selbst reservieren, wenn es Bereiche gibt, in denen es niemals einen dritten gibt. Freunde sind treu, wenn sie trotz widriger Lage zu einem halten.
Der Horizont von Treue ist dabei nicht auf Verzicht oder Entbehrung begrenzt. Wer unter Treue das gleiche versteht, wie "nicht mit einem/einer anderen schlafen", ist ein armer Mensch zu nennen. Wenn hinter Treue nichts weiter steht, als ein Mangel an Gelegenheit, dann fehlt der zauberhafte Glanz des schönsten Teils davon, der Hingabe.
Treue dient schließlich keinem Selbstzweck, sie benötigt einen Grund - eine Zielsetzung.
Wie auch immer. Das Wort Treue beherbergt etwas passives. Nicht so: Betreuen. Jemanden betreuen, das klingt, als würde man frisches, klares Wasser in ein halb gefülltes Glas gießen. Als ob einer Hingabe beidhändig in einen Menschen hineinlegt, wie man einer müden Pflanze frische Erde reicht. Ich versorge dich mit Treue.
Gott betreut uns. Wenn betreuen wir?
Treue an sich ist etwas wunderbares. Menschen sind in einer Aufgabe treu, wenn sie sich ihr ausdauernd und gewissenhaft widmen. Manche sind ihrem Partner treu, wenn sie ihm oder ihr einen Teil ihrer selbst reservieren, wenn es Bereiche gibt, in denen es niemals einen dritten gibt. Freunde sind treu, wenn sie trotz widriger Lage zu einem halten.
Der Horizont von Treue ist dabei nicht auf Verzicht oder Entbehrung begrenzt. Wer unter Treue das gleiche versteht, wie "nicht mit einem/einer anderen schlafen", ist ein armer Mensch zu nennen. Wenn hinter Treue nichts weiter steht, als ein Mangel an Gelegenheit, dann fehlt der zauberhafte Glanz des schönsten Teils davon, der Hingabe.
Treue dient schließlich keinem Selbstzweck, sie benötigt einen Grund - eine Zielsetzung.
Wie auch immer. Das Wort Treue beherbergt etwas passives. Nicht so: Betreuen. Jemanden betreuen, das klingt, als würde man frisches, klares Wasser in ein halb gefülltes Glas gießen. Als ob einer Hingabe beidhändig in einen Menschen hineinlegt, wie man einer müden Pflanze frische Erde reicht. Ich versorge dich mit Treue.
Gott betreut uns. Wenn betreuen wir?
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