Karneval ist gar nicht mal so bunt.
Lappenclown, Streifenclown, Punkteclown... ein Königreich für einen Hund.
Karneval, dass ist ein "Guck mal, ich hab das Kölner Wappen im Gesicht",
die Stadt an sich interessiert das freilich nicht.
Es gibt Aldi-Marienkäfer, Aldi-Einhorn, Aldi-Giraffe, Aldi-Tiergestalten,
man kann sie alle gar nicht auseinanderhalten.
Die Frauen tragen, worin sie im letzten Jahr auch schon posierten:
verschiedene Varianten von "Prostituierten".
Das wären: Mieze mit Minirock und Strapsen, Nonne mit Minirock und Strapsen, Bierdosenhutprinzessin - mit Minirock und Strapsen!
Nicht mal die Sexarbeiterinnen würden so aus ihren Nähten platzen.
Karneval, du Fest der billigen Bedeckungen,
der Teufelshörner, Bömmelchen, Krönchen, und sonstiger Frisuraufsteckungen.
Karneval ist Bier vor Vier,
Karneval ist "Kölle, dat sin wir",
Karneval ist Kotze unter allen Sitzen,
Karneval ist, im Aldi-Giraffenkostüm am Bahnhof sitzen,
Karneval ist widerlich farbiges Zuckergestreu,
Karneval macht zum Umzug die Pferde scheu.
Karneval ist Kölsch im Atem,
Karneval ist "ich kann das Wasser nicht halten".
Eigentlich ist Karneval kaum zu ertragen -
wollen wir uns trotzdem zum Umzug wagen?
Ventil meiner flüssigen und überflüssigen Gedanken
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Donnerstag, 28. Februar 2019
Karneval
Donnerstag, 26. April 2018
Nerdcore comedy | Ze Frank
Auch die anderen Videos von Ze Frank bei YouTube sind großartig - leider nur auf Englisch.
Mittwoch, 1. November 2017
Reich, berühmt und mächtig sein!
Ein herrlicher, schlichter Wunsch zu Weihnachten:
Auf Deutsch:
Seit ich ein Baby war habe ich diesen einen Traum im Kopf,
und jedes Weihnachten denke ich, dass er sich vielleicht endlich erfüllt.
Es ist ein einfacher Wunsch, den wohl jeder von Zeit zu Zeit hegt,
daher weiß ich, dass ihr mich verstehen werdet,
wenn ich meinen Traum mit euch teile:
Ich will REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG sein,
meine Feinde zertreten und keinen Finger rühren müssen,
ich will REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG sein,
damit ich den ganzen Tag nur rumsitzen kann, und nur singen muss.
Ich will nicht arbeiten, mich anstrengen oder Kompromisse suchen müssen,
wenn ich mir ein Ziel setze, will ich es sofort erreichen,
denn die Zeche zu zahlen, das ist was für andere Leute.
Was mich betrifft, ich will was ich will, und ich will es alles heut!
Ich will kein Casting, ich will keine Stunden nehmen,
ich möchte entdeckt werden, während ich auf meinem Arsch rumsitze.
Ich sollte ich nicht leiden müssen, ich sollte nicht schwitzen müssen,
das hab ich mal für 10 Minuten versucht, und schau: was hat's genützt?
Ich bin noch immer nicht REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG,
Barbra Streisand hat das alles, und was die kann, kann ich auch.
Also warum ist die REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG,
während ich hier feststecke,
und mich so wie ihr durchs Leben schleppe?
Was braucht es, um BERÜHMT und MÄCHTIG zu sein?
Weihnachtsmann, wenn du mir zuhörst, bitte sag mir, was ich tun soll!
Was muss ich vortäuschen um BERÜHMT und MÄCHTIG zu sein?
Ich hab's alles gemacht, der Rest liegt jetzt bei dir.
Ich hab versucht lieb zu sein, ich hab versucht artig zu sein,
ich hab sogar ein-zwei-mal versucht so zu tun, als würde ich zuhören,
aber die richtig großen Stars haben es doch auch ohne geschafft.
War Betty Davis brav? Nun, das wage ich ernsthaft zu bezweifeln,
trotzdem war sie REICH!
Jeder liebte sie und die Welt lag ihr zu Füßen,
dabei war sie ein MISTSTÜCK!
Es ist offenkundig, dass es mich überhaupt nicht weitergebracht hat, nett zu sein.
Natürlich weiß ich, dass ich dankbar sein sollte
für die guten Dinge, die ich habe:
meine schwulen Jungs tragen mich auf Händen und hungern (muss ich nicht),
und ich vermute, die guten Freunde und Familie
und Gesundheit sind auch was wert.
Doch ich gestehe: das alles ist einen Scheißdreck wert,
wenn ich nicht REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG bin!
Ach kommt schon, jetzt tut nicht so entsetzt,
ich weiß genau, dass ihr das eigentlich auch so seht.
Wenn wir REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG wären,
gäben wir doch all den Agenten und Casting-Direktoren
und kleinen Mietwohnungen und Steuerfahndern
und Kritikern und Casting-Aufrufen und eiskalten Proberäumen
und Langweilern und Jobs im Hintergrundchor
ein Küsschen samt Laufpass!
Ist das denn etwa zuviel verlangt!?
Auf Deutsch:
Seit ich ein Baby war habe ich diesen einen Traum im Kopf,
und jedes Weihnachten denke ich, dass er sich vielleicht endlich erfüllt.
Es ist ein einfacher Wunsch, den wohl jeder von Zeit zu Zeit hegt,
daher weiß ich, dass ihr mich verstehen werdet,
wenn ich meinen Traum mit euch teile:
Ich will REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG sein,
meine Feinde zertreten und keinen Finger rühren müssen,
ich will REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG sein,
damit ich den ganzen Tag nur rumsitzen kann, und nur singen muss.
Ich will nicht arbeiten, mich anstrengen oder Kompromisse suchen müssen,
wenn ich mir ein Ziel setze, will ich es sofort erreichen,
denn die Zeche zu zahlen, das ist was für andere Leute.
Was mich betrifft, ich will was ich will, und ich will es alles heut!
Ich will kein Casting, ich will keine Stunden nehmen,
ich möchte entdeckt werden, während ich auf meinem Arsch rumsitze.
Ich sollte ich nicht leiden müssen, ich sollte nicht schwitzen müssen,
das hab ich mal für 10 Minuten versucht, und schau: was hat's genützt?
Ich bin noch immer nicht REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG,
Barbra Streisand hat das alles, und was die kann, kann ich auch.
Also warum ist die REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG,
während ich hier feststecke,
und mich so wie ihr durchs Leben schleppe?
Was braucht es, um BERÜHMT und MÄCHTIG zu sein?
Weihnachtsmann, wenn du mir zuhörst, bitte sag mir, was ich tun soll!
Was muss ich vortäuschen um BERÜHMT und MÄCHTIG zu sein?
Ich hab's alles gemacht, der Rest liegt jetzt bei dir.
Ich hab versucht lieb zu sein, ich hab versucht artig zu sein,
ich hab sogar ein-zwei-mal versucht so zu tun, als würde ich zuhören,
aber die richtig großen Stars haben es doch auch ohne geschafft.
War Betty Davis brav? Nun, das wage ich ernsthaft zu bezweifeln,
trotzdem war sie REICH!
Jeder liebte sie und die Welt lag ihr zu Füßen,
dabei war sie ein MISTSTÜCK!
Es ist offenkundig, dass es mich überhaupt nicht weitergebracht hat, nett zu sein.
Natürlich weiß ich, dass ich dankbar sein sollte
für die guten Dinge, die ich habe:
meine schwulen Jungs tragen mich auf Händen und hungern (muss ich nicht),
und ich vermute, die guten Freunde und Familie
und Gesundheit sind auch was wert.
Doch ich gestehe: das alles ist einen Scheißdreck wert,
wenn ich nicht REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG bin!
Ach kommt schon, jetzt tut nicht so entsetzt,
ich weiß genau, dass ihr das eigentlich auch so seht.
Wenn wir REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG wären,
gäben wir doch all den Agenten und Casting-Direktoren
und kleinen Mietwohnungen und Steuerfahndern
und Kritikern und Casting-Aufrufen und eiskalten Proberäumen
und Langweilern und Jobs im Hintergrundchor
ein Küsschen samt Laufpass!
Ist das denn etwa zuviel verlangt!?
Samstag, 14. Oktober 2017
Den bayrischen Frauen
Ihr bayrischen Frauen,
ihr himmlischen Wesen,
ihr seid ja so gut und so herzlich zu mir.
Euch kann man gut haben,
euch will ich vertrauen,
den schönsten Ort auf der Welt habt ihr hier.
Ich darf sitzen vor eurem üppigen Garten,
in herbstliche Farben prachtvoll getaucht.
Schon tut ihr Engel mit Kaffee aufwarten,
und erkundigt euch, was ich zum Glücklichsein brauch.
Ich brauche ja nichts außer euch,
ihr lieblichen Mütter, ihr hehren,
und dies Land, in dem Gott euch zum Gruße gereicht.
Ihr tut all meinen Gram in Demut verkehren,
habt die Seele mit Blicken und Brötchen erweicht.
Euch hat der Herrgott beim Frühstück gemacht,
als er saß mit den Engeln bei Tisch.
An Honig und Pflaumen hat er dabei gedacht,
und das Tuch auf der Tafel, alles roch ja so frisch.
Also gab er euch Augen. Augen!
Die tat er in die schönen Gesichter euch schrauben.
Und Gott gab euch Brüste. Brüste!
Als ob man im Himmel nicht "wohin damit" wüsste.
Ach, ihr seid voller Wonne,
und so hat euch der Herrgott mitsamt euren bayrischen Sommersprossen
zum Oktoberfest (bei strahlender Sonne)
in die herrlichen bayrischen Dirndln geschossen.
Ihr bayrischen Frauen, wie seid ihr so lieb und so fesch und so gut,
dass ihr all diese Labsal mir Taugenichts tut?
Sicher sicher, ich muss euch dafür ja bezahlen,
dass es sich so fürstlich unter euch lebt.
Doch der beste Meister könnte sich nicht ausmalen,
was ihr freimütig, herzlich und huldvoll mir gebt.
Also möcht ich weiter glauben, ihr herrlichen Wesen,
dass das alles allein aus der Seele, der bayrischen, kommt.
Für die einen sind es horrende Spesen;
für mich, als hätt' ich vier Tage im Himmel gewohnt.
ihr himmlischen Wesen,
ihr seid ja so gut und so herzlich zu mir.
Euch kann man gut haben,
euch will ich vertrauen,
den schönsten Ort auf der Welt habt ihr hier.
Ich darf sitzen vor eurem üppigen Garten,
in herbstliche Farben prachtvoll getaucht.
Schon tut ihr Engel mit Kaffee aufwarten,
und erkundigt euch, was ich zum Glücklichsein brauch.
Ich brauche ja nichts außer euch,
ihr lieblichen Mütter, ihr hehren,
und dies Land, in dem Gott euch zum Gruße gereicht.
Ihr tut all meinen Gram in Demut verkehren,
habt die Seele mit Blicken und Brötchen erweicht.
Euch hat der Herrgott beim Frühstück gemacht,
als er saß mit den Engeln bei Tisch.
An Honig und Pflaumen hat er dabei gedacht,
und das Tuch auf der Tafel, alles roch ja so frisch.
Also gab er euch Augen. Augen!
Die tat er in die schönen Gesichter euch schrauben.
Und Gott gab euch Brüste. Brüste!
Als ob man im Himmel nicht "wohin damit" wüsste.
Ach, ihr seid voller Wonne,
und so hat euch der Herrgott mitsamt euren bayrischen Sommersprossen
zum Oktoberfest (bei strahlender Sonne)
in die herrlichen bayrischen Dirndln geschossen.
Ihr bayrischen Frauen, wie seid ihr so lieb und so fesch und so gut,
dass ihr all diese Labsal mir Taugenichts tut?
Sicher sicher, ich muss euch dafür ja bezahlen,
dass es sich so fürstlich unter euch lebt.
Doch der beste Meister könnte sich nicht ausmalen,
was ihr freimütig, herzlich und huldvoll mir gebt.
Also möcht ich weiter glauben, ihr herrlichen Wesen,
dass das alles allein aus der Seele, der bayrischen, kommt.
Für die einen sind es horrende Spesen;
für mich, als hätt' ich vier Tage im Himmel gewohnt.
Montag, 7. August 2017
Der Brandenburger-Limerick
Ihr Brandenburger: Ich muss euch gesteh'n:
Eure Frauen sind schön!
Man möchte verschmachten,
tut man sie betrachten;
aber habt ihr euch selbst mal im Spiegel geseh'n?
Eure Frauen sind schön!
Man möchte verschmachten,
tut man sie betrachten;
aber habt ihr euch selbst mal im Spiegel geseh'n?
Dienstag, 1. August 2017
Der Nudisten-Limerick
In echt und in den Akten,
stets wimmelt es von Nackten.
An Stränden liegen sie und Seen;
du wünschst, du hätt'st sie nie geseh'n,
die wabblig nackten Fakten.
stets wimmelt es von Nackten.
An Stränden liegen sie und Seen;
du wünschst, du hätt'st sie nie geseh'n,
die wabblig nackten Fakten.
Sonntag, 16. Juli 2017
Männer meiner Generation
Männer meiner Generation
Ihr kriegt nen Plastik-Panzer und ein Holzgewehr,
ich krieg eine Lupe, ein Buch und nen grün-braunen Bär.
Ihr kriegt 5 Mark und geht heimlich zum Rauchen aufs Klo,
ich krieg nen Nadeldrucker mit Farbband und so.
Ihr kriegt eine Igel-Frisur mit Stacheln wie Draht,
ich krieg von Norma ein Werbeplakat.
Ihr kriegt atmungsaktive Hemden von Adidas,
ich krieg nen Ball an den Kopf auf dem neuen Tartan-Platz.
Ihr kriegt von Knoppers ein Frühstück halb zehn,
ich krieg Pickel und kann an den Bäumen die Äste nicht sehn.
Ihr kriegt die Bravo und feucht-frohe Träume,
ich krieg ein eigenes Zimmer und Kellerbräune.
Ihr kriegt ein Auto zum Schulabschluss,
ich kriege nächtlichen Wortbau-Erguss.
Ihr kriegt nen Studienplatz für BWL oder Sportwissenschaft,
ich krieg Besuch von der GEZ-Teilzeitkraft.
Ihr kriegt nen Laufpass von eurer ersten Liebe,
ich krieg meine erste CD von Jens Friebe.
Ihr kriegt ein eiskaltes Bier an der Bar,
ich krieg in letzter Zeit dünnes Haar.
Ihr kriegt eine Mittzwanziger-Lebenskrise,
ich kriege Anrufe zwecks Kundenakquise.
Ihr kriegt endlich die Füße auf den Boden,
ich krieg ein Ticket weil "Parken verboten".
Ihr kriegt die Stelle als Junior in Papas Betrieb,
ich krieg keine Antwort auf ein Buch, das ich schrieb.
Ihr kriegt vom Bauspar bei den Eltern ein Grundstück,
ich krieg meinen Umzug von den Eltern, zum Glück.
Ihr kriegt nen Kredit und ein Haus und nen Wagen,
ich krieg eine Wohnung, muss nur Porsche verjagen.
Ihr kriegt nen Trauschein und nen Ring an die Hand,
ich krieg genug vom Bergischen Land.
Ihr kriegt auf jeder Wade ein Tribal-Tattoo,
ich krieg die Tür meiner Wohnung nicht zu.
Ihr kriegt erst Kinder, dann Bäuche, dann Bärte,
ich krieg die Nummer vom Schlüsseldiensttypen, als ich mich aussperrte.
Ihr kriegt das Outdoorzeug von Herrn Wolfskin,
ich krieg die Steuererklärung im Netz hin.
Ihr kriegt eine Heckensäge und mäht die Rabatten,
ich krieg von der Drag Queen fünf neue Krawatten.
Ihr kriegt ein iPhone und bei Tinder ein blutjunges Ding,
ich krieg das Anrufen meiner Freunde nicht hin.
Ihr kriegt ein dreizehntes Jahresgehalt,
ich krieg von der Liebe ein Kärtchen gemalt.
Ihr kriegt am Samstag den Arsch nicht hoch,
ich krieg Kamelle zum Veedelszooch.
Ihr Männer meiner Generation: Was wisst ihr schon?
Ihr kriegt nen Plastik-Panzer und ein Holzgewehr,
ich krieg eine Lupe, ein Buch und nen grün-braunen Bär.
Ihr kriegt 5 Mark und geht heimlich zum Rauchen aufs Klo,
ich krieg nen Nadeldrucker mit Farbband und so.
Ihr kriegt eine Igel-Frisur mit Stacheln wie Draht,
ich krieg von Norma ein Werbeplakat.
Ihr kriegt atmungsaktive Hemden von Adidas,
ich krieg nen Ball an den Kopf auf dem neuen Tartan-Platz.
Ihr kriegt von Knoppers ein Frühstück halb zehn,
ich krieg Pickel und kann an den Bäumen die Äste nicht sehn.
Ihr kriegt die Bravo und feucht-frohe Träume,
ich krieg ein eigenes Zimmer und Kellerbräune.
Ihr kriegt ein Auto zum Schulabschluss,
ich kriege nächtlichen Wortbau-Erguss.
Ihr kriegt nen Studienplatz für BWL oder Sportwissenschaft,
ich krieg Besuch von der GEZ-Teilzeitkraft.
Ihr kriegt nen Laufpass von eurer ersten Liebe,
ich krieg meine erste CD von Jens Friebe.
Ihr kriegt ein eiskaltes Bier an der Bar,
ich krieg in letzter Zeit dünnes Haar.
Ihr kriegt eine Mittzwanziger-Lebenskrise,
ich kriege Anrufe zwecks Kundenakquise.
Ihr kriegt endlich die Füße auf den Boden,
ich krieg ein Ticket weil "Parken verboten".
Ihr kriegt die Stelle als Junior in Papas Betrieb,
ich krieg keine Antwort auf ein Buch, das ich schrieb.
Ihr kriegt vom Bauspar bei den Eltern ein Grundstück,
ich krieg meinen Umzug von den Eltern, zum Glück.
Ihr kriegt nen Kredit und ein Haus und nen Wagen,
ich krieg eine Wohnung, muss nur Porsche verjagen.
Ihr kriegt nen Trauschein und nen Ring an die Hand,
ich krieg genug vom Bergischen Land.
Ihr kriegt auf jeder Wade ein Tribal-Tattoo,
ich krieg die Tür meiner Wohnung nicht zu.
Ihr kriegt erst Kinder, dann Bäuche, dann Bärte,
ich krieg die Nummer vom Schlüsseldiensttypen, als ich mich aussperrte.
Ihr kriegt das Outdoorzeug von Herrn Wolfskin,
ich krieg die Steuererklärung im Netz hin.
Ihr kriegt eine Heckensäge und mäht die Rabatten,
ich krieg von der Drag Queen fünf neue Krawatten.
Ihr kriegt ein iPhone und bei Tinder ein blutjunges Ding,
ich krieg das Anrufen meiner Freunde nicht hin.
Ihr kriegt ein dreizehntes Jahresgehalt,
ich krieg von der Liebe ein Kärtchen gemalt.
Ihr kriegt am Samstag den Arsch nicht hoch,
ich krieg Kamelle zum Veedelszooch.
Ihr Männer meiner Generation: Was wisst ihr schon?
Samstag, 24. Juni 2017
Dienstag, 28. Februar 2017
Versprecher des Tages
Heute zu hören auf WDR5, von einem Betriebsratsmitglied der gebeutelten Firma Blohm+Voss anlässlich der Stimmung auf der Betriebsversammlung:
"Es war so still, man hätte einen Heuhaufen zu Boden fallen hören können."Ich selbst bin ein riesengroßer Fan des Verhackwurschtelns von Sprichworten ("Spare in der Zeit, dann das Vergnügen."), aber diese herrliche Mischung aus "Die-Stecknadel-im-Heuhaufen-finden" und "Eine-Stecknadel-zu-Boden-fallen-hören" wäre mir nicht eingefallen. Dankeschön!
Donnerstag, 29. Dezember 2016
Der Literaturstudenten-Limerick
Der Poet wollt' das Ei des Kolumbus legen,
und dann jeden Tag ein Gedicht herausgeben.
Doch was ist er heute? Ein Knochen-Einrenker.
Immerhin: im Lande der Dichter und Denker -
doch Lyrik, von dir kann man ja dort auch nicht leben.
und dann jeden Tag ein Gedicht herausgeben.
Doch was ist er heute? Ein Knochen-Einrenker.
Immerhin: im Lande der Dichter und Denker -
doch Lyrik, von dir kann man ja dort auch nicht leben.
Der Vertreter-Limerick
Eins wär zur Minibar noch zu sagen:
Von jenen Dingen, die darinnen lagen
ließ ich keines übrig mehr:
alles leer.
Die Firma wird es schon vertragen.
Von jenen Dingen, die darinnen lagen
ließ ich keines übrig mehr:
alles leer.
Die Firma wird es schon vertragen.
Montag, 26. Dezember 2016
Die Syntheten
Mein Kind, hast du schon gehört von den Syntheten,
die so, als ob sie Menschen wären, in unsere Mitte treten?
Wenn man nicht weiter darauf achtet,
nein, dann kann man sie nicht sehen.
Das ist ja auch ihr Plan, dass sich der Geist umnachtet,
während sie im Verborgenen die großen Räder drehen.
Am ehesten sind sie an ihren Augen zu erkennen,
darin siehst du kein Seelenfünkchen brennen.
Sie weinen nie, und tuen sie es doch,
so sind es nur hydraulische Geräte unter ihren Augen,
weil niemals ein Träne durch die Apparate kroch,
das macht uns eine trübe Wasserlösung nur gern glauben.
Dann wären da auch ihre Münder, ihr Gesicht,
das lächelt oder lacht - nur: echte Freude ist es nicht.
Zwei Kompressoren, einer je zu beiden Seiten,
versorgen ihre Miene mit Bewegung,
so lässt Berechnung schrilles Lachen über ihre Zähne gleiten.
so spielen sie, um uns zu täuschen, bis ins Detail die tiefste Regung.
Ihr Haar glänzt seidig oder matt auf ihrer Stirn,
nur ist es nicht organisch - es ist feiner synthetischer Zwirn!
Ganz überhaupt sind sie recht teuere Maschinen,
und meisterlich vollendete Kopien,
die jedoch keinen menschlichen Prinzipien dienen,
und keiner friedlichen Doktrin.
Ihr Ziel, das ist inzwischen meine Meinung,
ist ja nicht weniger als die komplette Umverteilung.
Sie nehmen denen, die zu wenig haben,
und leiten es auf dunklen und verborgenen Wegen
zu denen, die am edelsten Buffet sich laben,
denen wir Sterblichen niemals - niemals! - begegnen.
Zu diesem Zwecke schlagen keine Herzen tief in ihrem Leib,
nein, dort sitzt nur der Kernreaktor, der sie weiter treibt.
Darum sind sie auch niemals müde oder matt,
und ihre Glieder gleiten ohne Mühe sanft und wunderbar.
Sie brauchen auch nicht zu essen: sie sind nie hungrig oder satt.
Für das, was sie in ihre Münder stecken, ist unten nur ein Reservoir.
Selbstredend gehen sie auch nicht aufs Klo,
das Reservoir entleeren sie sehr heimlich immer anderswo.
Ganz allgemein tun sie nie Dinge, die uns Menschen eklig machen:
sie defäkieren, schwitzen, stinken, glucksen, speicheln nicht,
je nach Modell können Syntheten zwar darüber reden oder lachen,
das ist dann aber nur der Stimmengenerator, der aus ihnen spricht.
Am sonderbarsten ist es, wenn sie Liebe machen - oder so tun als ob,
denn abgesehn von den Bewegungen dabei verstehen sie den Sinn nur grob.
Die künstlichen Neuronen in ihrem elektronischen Gehirn
lassen die Wangenimplantate dabei leicht (um 5%) erröten,
ein Thermostat regelt die Wärme über ihrer Stirn.
Sie sind so steif und so berechnend - es ist ein Wunder, dass sie keinen aus versehen dabei töten!
Der Zweck, dem sie das Mittel sind, ist ja auch gar nicht ethisch,
nein, alles an ihnen, auch die Gesinnung, ist synthetisch.
Mit dieser sitzen sie in Gremien und Aufsichtsräten,
singen in Schlagershows und spielen eine heile Welt.
Sie wollen, dass wir nicht wüssten, was wir ohne sie nur täten,
als wären sie der Mörtel, der uns Stein auf Stein zusammenhält.
Helene Fischer, Donald Trump, der MDR, die CSU,
das alles sind Syntheten und nur beinah so, wie ich und du.
Alles mechanisch, künstlich, kalt berechnet, optimiert,
um uns zu steuern und uns zu bezwingen.
Nur das, was an uns echt und menschlich ist und unkopiert
kann Licht ins Dunkel der synthetischen Verschwörung bringen.
Mein Kind, nun weiß ich, welche Frage dir auf deinen Lippen ist:
"Wer sagt mir denn, dass du nicht selber auch synthetisch bist?!
Es kann ja jeder einfach sagen, er sei nicht Florian Silbereisen oder in der AfD!"
Wenn du das fragst, dann hast du mich verstanden und den Sinn,
warum ich warnend wie die Stimme in der Wüste steh,
und du kannst selbst gewissenhaft erkunden, wes Geistes Kind ich wirklich bin.
die so, als ob sie Menschen wären, in unsere Mitte treten?
Wenn man nicht weiter darauf achtet,
nein, dann kann man sie nicht sehen.
Das ist ja auch ihr Plan, dass sich der Geist umnachtet,
während sie im Verborgenen die großen Räder drehen.
Am ehesten sind sie an ihren Augen zu erkennen,
darin siehst du kein Seelenfünkchen brennen.
Sie weinen nie, und tuen sie es doch,
so sind es nur hydraulische Geräte unter ihren Augen,
weil niemals ein Träne durch die Apparate kroch,
das macht uns eine trübe Wasserlösung nur gern glauben.
Dann wären da auch ihre Münder, ihr Gesicht,
das lächelt oder lacht - nur: echte Freude ist es nicht.
Zwei Kompressoren, einer je zu beiden Seiten,
versorgen ihre Miene mit Bewegung,
so lässt Berechnung schrilles Lachen über ihre Zähne gleiten.
so spielen sie, um uns zu täuschen, bis ins Detail die tiefste Regung.
Ihr Haar glänzt seidig oder matt auf ihrer Stirn,
nur ist es nicht organisch - es ist feiner synthetischer Zwirn!
Ganz überhaupt sind sie recht teuere Maschinen,
und meisterlich vollendete Kopien,
die jedoch keinen menschlichen Prinzipien dienen,
und keiner friedlichen Doktrin.
Ihr Ziel, das ist inzwischen meine Meinung,
ist ja nicht weniger als die komplette Umverteilung.
Sie nehmen denen, die zu wenig haben,
und leiten es auf dunklen und verborgenen Wegen
zu denen, die am edelsten Buffet sich laben,
denen wir Sterblichen niemals - niemals! - begegnen.
Zu diesem Zwecke schlagen keine Herzen tief in ihrem Leib,
nein, dort sitzt nur der Kernreaktor, der sie weiter treibt.
Darum sind sie auch niemals müde oder matt,
und ihre Glieder gleiten ohne Mühe sanft und wunderbar.
Sie brauchen auch nicht zu essen: sie sind nie hungrig oder satt.
Für das, was sie in ihre Münder stecken, ist unten nur ein Reservoir.
Selbstredend gehen sie auch nicht aufs Klo,
das Reservoir entleeren sie sehr heimlich immer anderswo.
Ganz allgemein tun sie nie Dinge, die uns Menschen eklig machen:
sie defäkieren, schwitzen, stinken, glucksen, speicheln nicht,
je nach Modell können Syntheten zwar darüber reden oder lachen,
das ist dann aber nur der Stimmengenerator, der aus ihnen spricht.
Am sonderbarsten ist es, wenn sie Liebe machen - oder so tun als ob,
denn abgesehn von den Bewegungen dabei verstehen sie den Sinn nur grob.
Die künstlichen Neuronen in ihrem elektronischen Gehirn
lassen die Wangenimplantate dabei leicht (um 5%) erröten,
ein Thermostat regelt die Wärme über ihrer Stirn.
Sie sind so steif und so berechnend - es ist ein Wunder, dass sie keinen aus versehen dabei töten!
Der Zweck, dem sie das Mittel sind, ist ja auch gar nicht ethisch,
nein, alles an ihnen, auch die Gesinnung, ist synthetisch.
Mit dieser sitzen sie in Gremien und Aufsichtsräten,
singen in Schlagershows und spielen eine heile Welt.
Sie wollen, dass wir nicht wüssten, was wir ohne sie nur täten,
als wären sie der Mörtel, der uns Stein auf Stein zusammenhält.
Helene Fischer, Donald Trump, der MDR, die CSU,
das alles sind Syntheten und nur beinah so, wie ich und du.
Alles mechanisch, künstlich, kalt berechnet, optimiert,
um uns zu steuern und uns zu bezwingen.
Nur das, was an uns echt und menschlich ist und unkopiert
kann Licht ins Dunkel der synthetischen Verschwörung bringen.
Mein Kind, nun weiß ich, welche Frage dir auf deinen Lippen ist:
"Wer sagt mir denn, dass du nicht selber auch synthetisch bist?!
Es kann ja jeder einfach sagen, er sei nicht Florian Silbereisen oder in der AfD!"
Wenn du das fragst, dann hast du mich verstanden und den Sinn,
warum ich warnend wie die Stimme in der Wüste steh,
und du kannst selbst gewissenhaft erkunden, wes Geistes Kind ich wirklich bin.
Samstag, 24. Dezember 2016
Christmas Crack - You Suck at Cooking (episode 54)
Absolut verstörend, aber dann auch doch wieder sehr geil:
Frohe Weihnachten alle miteinandner :)
Frohe Weihnachten alle miteinandner :)
Donnerstag, 13. Oktober 2016
Wenn du denkst, dass keiner dich sieht
Ein Ballett-Wolf, eine Quietsche-Gans und eine trotz Tieren sehr menschelnde Begegnung zur Mitternacht - neckisch gemacht:
Montag, 15. August 2016
The Katering Show
Hervorragende Parodie über eine ganze Generation und Kochshows, unglaublich witzig gedreht und an den richtigen Stellen bitter-böse. Würde hierzulande in dieser Form nur Anke Engelke schaffen, somit leider nur im Englischen Kulturkreis zu haben. Ich präsentiere: The Katering Show!
Sonntag, 3. Mai 2015
Totgeglaubte leben länger: Deutscher HipHop und Rap
Nach Bushido, Sido und Co schon totgeglaubt: Deutscher HipHop und Rap. Für einige Zeit schien es, als würde der deutsche Sprechgesang endgültig untergehen in sexistischem, kriminellem, xenophoben, rassistischem, faschistischem oder sonstwie inhaltsfreiem oder einfach nur dummem Geschwafel.
Aber weit gefehlt. Der neue deutsche HipHop ist aufrecht, menschenfreundlich, verschlagen humoristisch, sehnsuchtsvoll, unglaublich direkt und oft auch ein bisschen Links-Demokratisch - sofern dieser veraltete politische Begriff überhaupt noch passt. Das Ergebnis: Musik, die man nicht einfach runterhören kann, die verändern will und aufrüttelt, die oft schwer verdaulich ist, die Hoffnung macht, die Fragen stellt und nicht selten keine Antworten hat.
Von Sookee hab ich schon öfter geschrieben, aber da sind noch so viele mehr. Kobito, Danger Dan, die Antilopen Gang, NMZS (R.I.P.), Refpolk, Koljah und und und.
Und weil man sich die nicht alle merken oder selbst erarbeiten kann, mache ich eine Playlist draus, die man (bevorzugt in zufälliger Reihenfolge) abspielen und bewundern kann. Wollen wir hoffen, dass dieser Liste noch viele viele gute Einträge hinzugefügt werden können - schreibt mir eure Tips!
Schlagworte:
Kunst,
Musik,
Nachdenkliches,
Politik,
Witziges
Freitag, 13. Dezember 2013
Warum Putin kein Blutegel sein kann...
Blutegel sind wirbellose Tiere, haben also keine Knochen.
Wladimir Putin kann also kein Blutegel sein, immerhin blamiert er sich regelmäßig bis auf die Knochen.
Q.E.D.
Freitag, 7. Juni 2013
Freitag, 22. Februar 2013
Gott, Inge und Renate
Köstlich! Ich wusste ja insgeheim immer, dass Gott weiblich ist. Sogar doppelt!
Mittwoch, 23. Januar 2013
Unartige Kinder aufgepasst...
... sonst ergeht es euch so:
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