Es ist schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe, aber vor kurzem habe ich es in einem Bücherregal wiedergesehen: Terry Pratchetts Buch "Eine Insel". Es geht die abenteuerliche Jugend eines jungen Inselindianers. Pratchett stellt die großen Lebensfragen des Jungen. Mit einem Augenzwinkern begleitet man den Protagonisten durch die größte Herausforderung seines Lebens, die erste Liebe und die Frage nach den Göttern. Pratchett schreibt tiefgründig, aber immer beschwingt und humorvoll. Er entzaubert die Welt des Jungen von allem, was unecht ist, und verleiht den unscheinbaren Dingen neuen Zauber. Ein Buch für junge Menschen und solche, die keine Angst vor großen Fragen und Lebenshunger haben.
Ventil meiner flüssigen und überflüssigen Gedanken
Mittwoch, 22. Mai 2013
Donnerstag, 18. April 2013
Die Höhenberg-Girls
Wenn ich von den Höhenberg-Girls (gesprochen: "Höhenbärrg-Görrrlss") rede, meine ich damit meistens einen ganz bestimmten Typ von Mädchen:
- zwischen 12 und 17 Jahre alt
- massiv blond oder schwarz gefärbtes Haar
- kreischige Stimme und aufdringliches Lachen
- mehr Schminke im Gesicht als Haut
- Leute-anpöbelnd, bevorzugt Migranten, Ausländer, Kranke oder sonstwie andersartige, sowie gleichaltrige
- mit dem Handy verwachsen, lautstark telefonierend
- brutaler Sprachduktus
- evtl. in Begleitung eines "Freunds", den sie wie ein Spielzeug hinter sich herschleift, der jünger aussieht als sie, und der ihr weder körperlich noch stimmlich gleichkommen kann
- rauchend
- oft in Nieten-Wohlfühlhose oder anderen Stoffen aus Ballonseide
- optional: Nasenring oder Piercing
Kurzum: Es sind Mädchen, die sich von einem raubeinigen Klempner nur darin unterscheiden, dass bei ihnen das Klempner-Dekolleté nicht unten hintern, sondern oben vorn angebracht ist.
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| Klempner-Dekolleté oder Höhenberg-Girl? |
Vor einigen Tagen sind mir drei dieser Mädels begegnet. Zwei davon gingen der anderen voraus. Schließlich quäkte die Nachzüglerin - die mir wegen ihrer zusammenhängenden Augenbraue besonders gut in Erinnerung ist - lautstark durch die ganze Straße:
Neue Worte schaffen neue Ausdrucksmöglichkeiten und helfen, alte Bedeutungen loszuwerden. "Bitch" ist längst ein Wort geworden, mit dem manche Mädchen sich selbst und andere bezeichnen, ohne es als Schimpfwort zu deuten. "Wo bleibt denn die Bitch?" ("Wo bleibt sie nur?")
Diesen Wandel vom Schimpfwort zur Alltagssprache und Selbstbezeichnung haben schon viele andere Begriffe erlebt. "Nerd" ("Streber") ist inzwischen cool, "Sau" ist inzwischen ein Kompliment, "schwul" wird bald den Wandel zur wertfreien Bezeichnung geschafft haben.
Ich begrüße es, wenn Schimpfworte ihre Schrecken verlieren und umgedeutet werden. Leider treten an die Stelle der alten Worte aber immer neue Worte, mit denen Vorurteile, Ausgrenzung und Hass geäußert werden. Lasst uns deswegen soviele Schimpfworte wie möglich in den Alltag ziehen, um es den "Haters", "Bullies" und Schwachköpfen dieser Welt ein bisschen schwerer zu machen.
Die fabelhafte Sookee macht es uns vor:
Also, los geht's, ihr Bitches dieser Welt! (Und natürlich auch ihr Höhenberg-Girls!)
"Bitches?! Ey, wartet mal, Bitches!!"Nun muss man wissen: "Bitch" ist das englische Wort für "Schlampe". Hat das Mädchen ihre beiden Freundinnen damit nun beleidigt? Gewiss nicht. Ich wurde nur Zeuge der alltäglichen Fortentwicklung unserer Sprache. Worte wie "Bitches", "Homies" und "Opfer" halten in Windeseile Einzug in den alltäglichen Sprachgebrauch der Jugend und damit auf kurz oder lang auch der gesamten Gesellschaft. Kulturkonservative beschweren sich über "Verrohung der Sprache", ich nenne es lieber wertfrei Wandel der Sprache. Und eigentlich ist das eine gute Sache!
Neue Worte schaffen neue Ausdrucksmöglichkeiten und helfen, alte Bedeutungen loszuwerden. "Bitch" ist längst ein Wort geworden, mit dem manche Mädchen sich selbst und andere bezeichnen, ohne es als Schimpfwort zu deuten. "Wo bleibt denn die Bitch?" ("Wo bleibt sie nur?")
Diesen Wandel vom Schimpfwort zur Alltagssprache und Selbstbezeichnung haben schon viele andere Begriffe erlebt. "Nerd" ("Streber") ist inzwischen cool, "Sau" ist inzwischen ein Kompliment, "schwul" wird bald den Wandel zur wertfreien Bezeichnung geschafft haben.
Ich begrüße es, wenn Schimpfworte ihre Schrecken verlieren und umgedeutet werden. Leider treten an die Stelle der alten Worte aber immer neue Worte, mit denen Vorurteile, Ausgrenzung und Hass geäußert werden. Lasst uns deswegen soviele Schimpfworte wie möglich in den Alltag ziehen, um es den "Haters", "Bullies" und Schwachköpfen dieser Welt ein bisschen schwerer zu machen.
Die fabelhafte Sookee macht es uns vor:
Also, los geht's, ihr Bitches dieser Welt! (Und natürlich auch ihr Höhenberg-Girls!)
Montag, 15. April 2013
Warum ist die Bibel fertig?
Wenn...
- ... es Gott gibt und die Bibel mit Gott zu tun hat.
- ... die Bibel von Menschen aufgeschrieben wurde.
- ... die Bibel über Erfahrungen von Menschen mit Gott berichtet.
- ... Menschen heute immer noch Erfahrungen mit Gott machen.
Warum...
- ... wird die Bibel dann nicht fortgeführt?
- ... zählt die Bibel dann als wichtigere Instanz im Vergleich zu anderen christlichen Büchern?
Fragen über Fragen...
Mittwoch, 10. April 2013
Weniger bloggen, mehr malochen... mehr bloggen
Die sozialen Medien und die Arbeit... das ist so eine Sache. Inzwischen ist fast ein Monat seit meinem letzten Post vergangen. Das heißt allerdings nicht, dass ich in dieser Zeit nicht gebloggt hätte, ganz im Gegenteil. Ich habe meinen Arbeitgeber dazu bewegen können, firmeninterne Blogs zu gestatten. Seither blogge ich sozusagen professionell und nutze diesen Kommunikationsweg zur Verbreitung von Wissen, das sonst mit mir gekommen und mit mir gegangen wäre. Nun hängt der Erfolg solch einer Aktion aber auch an den Lesern - werden meine durchweg älteren Kollegen auf den Zug aufspringen, die Posts lesen oder selbst welche verfassen?
Gerade in einem Unternehmen mit mehreren Standorten sehe ich den Vorteil, dass man eben nicht im gleichen Raum sitzen muss, nicht erst die Telefonnummer wählen muss, nicht erst "stören" muss, um zu kommunizieren. Ob dieser Vorteil der sozialen Medien bei meinem Arbeitgeber funktionieren kann, muss sich erst noch zeigen. An mir soll's nicht liegen.
Gerade in einem Unternehmen mit mehreren Standorten sehe ich den Vorteil, dass man eben nicht im gleichen Raum sitzen muss, nicht erst die Telefonnummer wählen muss, nicht erst "stören" muss, um zu kommunizieren. Ob dieser Vorteil der sozialen Medien bei meinem Arbeitgeber funktionieren kann, muss sich erst noch zeigen. An mir soll's nicht liegen.
Montag, 18. März 2013
Was mir an der zypriotischen Lösung gefällt...
In Zypern wird die Wirtschafts- und Finanzkrise derzeit auf alle "Sparer" umgesetzt. Das bedeutet, der Staat zieht einen gewissen Anteil aller bei Banken hinterlegten Guthaben ein, um z.B. Banken zu retten bzw. Summen aus dem EU Rettungsschirm beziehen zu können.
Die Lösung ist drastisch. Sie ist dramatisch für Menschen mit geringem Einkommen und geringen Einlagen. Deswegen sind die Tränen und die Panik groß, das ist nachvollziehbar und wäre bei "uns" in Deutschland ebenfalls schlimm - beim Geld hört die Freundschaft schließlich auf.
Aber der Ansatz gefällt mir aus folgenden Gründen.
Die Lösung ist drastisch. Sie ist dramatisch für Menschen mit geringem Einkommen und geringen Einlagen. Deswegen sind die Tränen und die Panik groß, das ist nachvollziehbar und wäre bei "uns" in Deutschland ebenfalls schlimm - beim Geld hört die Freundschaft schließlich auf.
Aber der Ansatz gefällt mir aus folgenden Gründen.
1. Er ist einfach.
Es erfordert kaum Verwaltungsaufwand, so eine Maßnahme umzusetzen. Es entsteht kaum Bürokratie. Der Ansatz trifft alle Bürger anteilig. Freilich kann man argumentieren, dass Einkommensschwache mehr Schutz bedürfen, Abstufungen sind ohne weiteres möglich und wurden in Zypern ja auch vorgenommen.
2. Er spart Zeit und ist ehrlich.
Machen wir uns nichts vor: Am Ende bezahlen ja doch die Bürger/Steuerzahler die Wirtschafts- und Finanzkrise. Keiner sonst. Welcher Weg ist nun besser: Die Länder für Jahre in ausweglose Krisen zu sparen und den Menschen ihre Zukunft zu nehmen (Portugal, Spanien, Griechenland...) - oder direkt mit der Wahrheit rauszurücken und alle (!) Bürger (auch die Unternehmen!) zur Kasse zu bitten? Wenigstens trifft es nämlich in Zypern alle Einwohner gleichermaßen - nicht nur die Geringverdiener. Und es trifft sie zwar hart - aber nicht ausweglos. Schließlich wurde die nicht die Hälfte aller Guthaben oder mehr eingezogen, sondern nur ein Bruchteil davon. Die Menschen haben Zukunft.
Alternative Island?
In Island wurde scheinbar ein anderer Weg bestritten. Der kleine Inselstaat ließ seine Banken in Insolvenz gehen. Das bedeutet faktisch, dass sowohl die Unternehmen (die isländischen Banken), als auch die Steuerzahler (Anleger) zur Kasse gebeten wurden. Insofern unterscheidet sich der isländische Weg in Wirklichkeit nur wenig vom zypriotischen Weg. In Island traf es vor allem ausländische Steuerzahler/Anleger (besonders aus dem Vereinigten Königreich und aus den Niederlanden), in Zypern die eigenen Bürger; und in Zypern werden die Banken weiter existieren. Das heißt aber nicht, dass diese Banken weiterhin ihr Unwesen treiben können. Die Bevölkerung hat kein Vertrauen mehr in diese Banken, und deswegen werden sie unter Beweis stellen müssen, dass sie sich wirklich bessern. Andernfalls werden diese Banken bald Geschichte sein - so funktioniert Marktwirtschaft.
Deutsche Überheblichkeit
Wir Deutsche haben kein Recht, in dieser Debatte gönnerhaft oder besserwisserisch aufzutreten. Die EU, der Euro, die gegenwärtige Krise - das ist auch ein Werkstück aus Deutschland. Wenn die anderen Länder der EU in die Krise geraten und viele Menschen ihren Lebenshalt verlieren, weil sie keine Chance auf einen Anstellung oder Besserung der Lebensumstände haben, wenn harte Einschnitte die Bürger treffen, dann tun wir als Deutsche gut daran, bescheiden zu bleiben. Es ist widerwärtig, wie leicht in Deutschland das Stammtischgeschwätz salonfähig wird: "Sollen die doch pleite gehen." - "Sollen die doch besser haushalten." - "Sollen die doch die Zeche alleine zahlen."
Verantwortungsvoll mit der Krise umgehen, das heißt in meinen Augen aus den Fehlern lernen (mehr Finanzkontrolle, die Marktwirtschaft in den Dienst der Völker stellen, den einzelnen Nationen Europas mehr Spielraum zu geben - trotz Euro) - aber eben auch helfen und Gnade üben. Zypern und viele andere Länder (besonders Portugal!) leiden trotz schwerer Anstrengung sehr unter der Krise. Es ist ungerecht, sie damit jetzt allein zu lassen.
Freitag, 8. März 2013
Die Reise
Als Kind habe ich oft neben meinem Bruder gesessen und ihm beim Computerspielen zugesehen, das hatte irgendwie einen hohen Reiz für mich. Nun bin ich selbst kein großer Spieler und verbringe auch kaum Zeit mit Computerspielen, ich habe auch noch nie über ein Computerspiel gebloggt. Aber irgendwie gibt es ja für alles ein "Erstes Mal". Der Anlass ist das Spiel "Journey".
Das Spiel kommt nicht daher wie die meisten anderen Spiele. Es geht nicht ums Abschießen von anderen, um Kriegführung, Strategie oder Simulation. Stattdessen führt der Spieler seinen Avatar durch eine lange, poetische Reise. Ja, das Spiel ist poetisch. Es strotzt vor Symbolen und Sinnbildlichkeit. Die Reise ist das Symbol für den Lebensweg, und alles was auf dieser Reise geschieht, lässt sich als ein spezielles Ereignis auf dem Lebensweg deuten. (z.B. das Lernen von Sprache)
Ich habe obiges Video mit Genuss betrachtet und spreche den Machern ein Kompliment aus für das vielleicht gelungenste Spiel der letzten Jahre.
Das Spiel kommt nicht daher wie die meisten anderen Spiele. Es geht nicht ums Abschießen von anderen, um Kriegführung, Strategie oder Simulation. Stattdessen führt der Spieler seinen Avatar durch eine lange, poetische Reise. Ja, das Spiel ist poetisch. Es strotzt vor Symbolen und Sinnbildlichkeit. Die Reise ist das Symbol für den Lebensweg, und alles was auf dieser Reise geschieht, lässt sich als ein spezielles Ereignis auf dem Lebensweg deuten. (z.B. das Lernen von Sprache)
Ich habe obiges Video mit Genuss betrachtet und spreche den Machern ein Kompliment aus für das vielleicht gelungenste Spiel der letzten Jahre.
Schlagworte:
Informatik,
Kunst,
Lobhudelei,
Perlen
Mittwoch, 27. Februar 2013
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