Einmal schließt du hinter dir die Türen,
oder jemand anderes wird sie schließen.
Was einst dein war wird dir nicht gehören,
an dem Tag, an dem sie dich nach draußen führen.
Deine Gedanken werden nicht mehr bei dir sein,
und du wirst sie auch nicht erkennen.
Du ziehst in ein kleines Zimmer ein,
es passt zu deiner Welt, denn sie ist plötzlich selber klein.
An ellenlangen Nachmittagen
sitzt du jetzt mit anderen in Gruppenräumen.
Du konntest sie schon früher alle nicht ertragen,
doch danach wird dich nie mehr jemand fragen.
Da sitzen sie, die du dein Leben lang verachtet hast,
und löffeln Suppen mit den selben Zitterhänden.
Sie nennen es ein Heim, doch du fühlst dich als ungebetener Gast.
Gefangen in der Zeit mit Menschen, die du heimlich hasst.
Sie sind ja immer noch so dumpf und roh und schroff,
darüber täuscht das Alter nicht hinweg.
Doch du, ein zarter, geistversunkener Mensch so oft,
hast, dass du sie nie wiedersehen musst, gehofft.
Nun liest man ihnen Bücher vor, stellt ihnen Hörgeschichten an.
Ihnen, die ihr Leben lang kein Buch besaßen!
Jedoch auch dir, der früher Buch um Buch verschlang,
und sich jetzt doch an keines mehr erinnern kann.
Sie werden mit euch musizieren gegen Vier,
dann singt ihr Lügenlieder von der heilen Welt.
Ihr werdet alle heillos euch verlieren,
sie sich im Lied, du dich in dir.
Am Abend suchst du lang nach deinem Zimmer,
nein, nach dem Raum, wo man dich schlafen lässt.
Doch wo du dachtest, dass es sei, da ist es nimmer.
Es wird um Zehn. Du suchst noch immer.
Morgens stehender Geruch von trockenem Urin,
er muss aus einem Nachbarzimmer stammen.
Ein Licht geht an, die Pflegerin tritt zu dir hin.
Es gibt kein Nachbarzimmer. Du schwimmst selbst darin.
Da möchtest du nach Hause gehen.
Du willst etwas, das dir allein gehört, dass dich an dich erinnert.
Heut warst du Gast. Genug! Du hast genug gesehen.
Und überhaupt, du musst doch nach den Kindern sehen.
Kurz nach dem Frühstück hast du einen sonnenhellen Augenblick.
Was ist das, was dich an die Würde bindet?
Du hängst an ihr, doch auch am Galgen hängt ein Strick.
Lass sie zurück.
Ventil meiner flüssigen und überflüssigen Gedanken
Montag, 9. April 2018
Sonntag, 18. Februar 2018
Jeder Tag ist ein Geschenk, ...
... es ist nur Scheiße verpackt. Finden jedenfalls die sensationellen Nils Koppruch und Gisbert zu Knypphausen.
Mittwoch, 1. November 2017
Reich, berühmt und mächtig sein!
Ein herrlicher, schlichter Wunsch zu Weihnachten:
Auf Deutsch:
Seit ich ein Baby war habe ich diesen einen Traum im Kopf,
und jedes Weihnachten denke ich, dass er sich vielleicht endlich erfüllt.
Es ist ein einfacher Wunsch, den wohl jeder von Zeit zu Zeit hegt,
daher weiß ich, dass ihr mich verstehen werdet,
wenn ich meinen Traum mit euch teile:
Ich will REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG sein,
meine Feinde zertreten und keinen Finger rühren müssen,
ich will REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG sein,
damit ich den ganzen Tag nur rumsitzen kann, und nur singen muss.
Ich will nicht arbeiten, mich anstrengen oder Kompromisse suchen müssen,
wenn ich mir ein Ziel setze, will ich es sofort erreichen,
denn die Zeche zu zahlen, das ist was für andere Leute.
Was mich betrifft, ich will was ich will, und ich will es alles heut!
Ich will kein Casting, ich will keine Stunden nehmen,
ich möchte entdeckt werden, während ich auf meinem Arsch rumsitze.
Ich sollte ich nicht leiden müssen, ich sollte nicht schwitzen müssen,
das hab ich mal für 10 Minuten versucht, und schau: was hat's genützt?
Ich bin noch immer nicht REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG,
Barbra Streisand hat das alles, und was die kann, kann ich auch.
Also warum ist die REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG,
während ich hier feststecke,
und mich so wie ihr durchs Leben schleppe?
Was braucht es, um BERÜHMT und MÄCHTIG zu sein?
Weihnachtsmann, wenn du mir zuhörst, bitte sag mir, was ich tun soll!
Was muss ich vortäuschen um BERÜHMT und MÄCHTIG zu sein?
Ich hab's alles gemacht, der Rest liegt jetzt bei dir.
Ich hab versucht lieb zu sein, ich hab versucht artig zu sein,
ich hab sogar ein-zwei-mal versucht so zu tun, als würde ich zuhören,
aber die richtig großen Stars haben es doch auch ohne geschafft.
War Betty Davis brav? Nun, das wage ich ernsthaft zu bezweifeln,
trotzdem war sie REICH!
Jeder liebte sie und die Welt lag ihr zu Füßen,
dabei war sie ein MISTSTÜCK!
Es ist offenkundig, dass es mich überhaupt nicht weitergebracht hat, nett zu sein.
Natürlich weiß ich, dass ich dankbar sein sollte
für die guten Dinge, die ich habe:
meine schwulen Jungs tragen mich auf Händen und hungern (muss ich nicht),
und ich vermute, die guten Freunde und Familie
und Gesundheit sind auch was wert.
Doch ich gestehe: das alles ist einen Scheißdreck wert,
wenn ich nicht REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG bin!
Ach kommt schon, jetzt tut nicht so entsetzt,
ich weiß genau, dass ihr das eigentlich auch so seht.
Wenn wir REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG wären,
gäben wir doch all den Agenten und Casting-Direktoren
und kleinen Mietwohnungen und Steuerfahndern
und Kritikern und Casting-Aufrufen und eiskalten Proberäumen
und Langweilern und Jobs im Hintergrundchor
ein Küsschen samt Laufpass!
Ist das denn etwa zuviel verlangt!?
Auf Deutsch:
Seit ich ein Baby war habe ich diesen einen Traum im Kopf,
und jedes Weihnachten denke ich, dass er sich vielleicht endlich erfüllt.
Es ist ein einfacher Wunsch, den wohl jeder von Zeit zu Zeit hegt,
daher weiß ich, dass ihr mich verstehen werdet,
wenn ich meinen Traum mit euch teile:
Ich will REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG sein,
meine Feinde zertreten und keinen Finger rühren müssen,
ich will REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG sein,
damit ich den ganzen Tag nur rumsitzen kann, und nur singen muss.
Ich will nicht arbeiten, mich anstrengen oder Kompromisse suchen müssen,
wenn ich mir ein Ziel setze, will ich es sofort erreichen,
denn die Zeche zu zahlen, das ist was für andere Leute.
Was mich betrifft, ich will was ich will, und ich will es alles heut!
Ich will kein Casting, ich will keine Stunden nehmen,
ich möchte entdeckt werden, während ich auf meinem Arsch rumsitze.
Ich sollte ich nicht leiden müssen, ich sollte nicht schwitzen müssen,
das hab ich mal für 10 Minuten versucht, und schau: was hat's genützt?
Ich bin noch immer nicht REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG,
Barbra Streisand hat das alles, und was die kann, kann ich auch.
Also warum ist die REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG,
während ich hier feststecke,
und mich so wie ihr durchs Leben schleppe?
Was braucht es, um BERÜHMT und MÄCHTIG zu sein?
Weihnachtsmann, wenn du mir zuhörst, bitte sag mir, was ich tun soll!
Was muss ich vortäuschen um BERÜHMT und MÄCHTIG zu sein?
Ich hab's alles gemacht, der Rest liegt jetzt bei dir.
Ich hab versucht lieb zu sein, ich hab versucht artig zu sein,
ich hab sogar ein-zwei-mal versucht so zu tun, als würde ich zuhören,
aber die richtig großen Stars haben es doch auch ohne geschafft.
War Betty Davis brav? Nun, das wage ich ernsthaft zu bezweifeln,
trotzdem war sie REICH!
Jeder liebte sie und die Welt lag ihr zu Füßen,
dabei war sie ein MISTSTÜCK!
Es ist offenkundig, dass es mich überhaupt nicht weitergebracht hat, nett zu sein.
Natürlich weiß ich, dass ich dankbar sein sollte
für die guten Dinge, die ich habe:
meine schwulen Jungs tragen mich auf Händen und hungern (muss ich nicht),
und ich vermute, die guten Freunde und Familie
und Gesundheit sind auch was wert.
Doch ich gestehe: das alles ist einen Scheißdreck wert,
wenn ich nicht REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG bin!
Ach kommt schon, jetzt tut nicht so entsetzt,
ich weiß genau, dass ihr das eigentlich auch so seht.
Wenn wir REICH, BERÜHMT und MÄCHTIG wären,
gäben wir doch all den Agenten und Casting-Direktoren
und kleinen Mietwohnungen und Steuerfahndern
und Kritikern und Casting-Aufrufen und eiskalten Proberäumen
und Langweilern und Jobs im Hintergrundchor
ein Küsschen samt Laufpass!
Ist das denn etwa zuviel verlangt!?
Samstag, 14. Oktober 2017
Den bayrischen Frauen
Ihr bayrischen Frauen,
ihr himmlischen Wesen,
ihr seid ja so gut und so herzlich zu mir.
Euch kann man gut haben,
euch will ich vertrauen,
den schönsten Ort auf der Welt habt ihr hier.
Ich darf sitzen vor eurem üppigen Garten,
in herbstliche Farben prachtvoll getaucht.
Schon tut ihr Engel mit Kaffee aufwarten,
und erkundigt euch, was ich zum Glücklichsein brauch.
Ich brauche ja nichts außer euch,
ihr lieblichen Mütter, ihr hehren,
und dies Land, in dem Gott euch zum Gruße gereicht.
Ihr tut all meinen Gram in Demut verkehren,
habt die Seele mit Blicken und Brötchen erweicht.
Euch hat der Herrgott beim Frühstück gemacht,
als er saß mit den Engeln bei Tisch.
An Honig und Pflaumen hat er dabei gedacht,
und das Tuch auf der Tafel, alles roch ja so frisch.
Also gab er euch Augen. Augen!
Die tat er in die schönen Gesichter euch schrauben.
Und Gott gab euch Brüste. Brüste!
Als ob man im Himmel nicht "wohin damit" wüsste.
Ach, ihr seid voller Wonne,
und so hat euch der Herrgott mitsamt euren bayrischen Sommersprossen
zum Oktoberfest (bei strahlender Sonne)
in die herrlichen bayrischen Dirndln geschossen.
Ihr bayrischen Frauen, wie seid ihr so lieb und so fesch und so gut,
dass ihr all diese Labsal mir Taugenichts tut?
Sicher sicher, ich muss euch dafür ja bezahlen,
dass es sich so fürstlich unter euch lebt.
Doch der beste Meister könnte sich nicht ausmalen,
was ihr freimütig, herzlich und huldvoll mir gebt.
Also möcht ich weiter glauben, ihr herrlichen Wesen,
dass das alles allein aus der Seele, der bayrischen, kommt.
Für die einen sind es horrende Spesen;
für mich, als hätt' ich vier Tage im Himmel gewohnt.
ihr himmlischen Wesen,
ihr seid ja so gut und so herzlich zu mir.
Euch kann man gut haben,
euch will ich vertrauen,
den schönsten Ort auf der Welt habt ihr hier.
Ich darf sitzen vor eurem üppigen Garten,
in herbstliche Farben prachtvoll getaucht.
Schon tut ihr Engel mit Kaffee aufwarten,
und erkundigt euch, was ich zum Glücklichsein brauch.
Ich brauche ja nichts außer euch,
ihr lieblichen Mütter, ihr hehren,
und dies Land, in dem Gott euch zum Gruße gereicht.
Ihr tut all meinen Gram in Demut verkehren,
habt die Seele mit Blicken und Brötchen erweicht.
Euch hat der Herrgott beim Frühstück gemacht,
als er saß mit den Engeln bei Tisch.
An Honig und Pflaumen hat er dabei gedacht,
und das Tuch auf der Tafel, alles roch ja so frisch.
Also gab er euch Augen. Augen!
Die tat er in die schönen Gesichter euch schrauben.
Und Gott gab euch Brüste. Brüste!
Als ob man im Himmel nicht "wohin damit" wüsste.
Ach, ihr seid voller Wonne,
und so hat euch der Herrgott mitsamt euren bayrischen Sommersprossen
zum Oktoberfest (bei strahlender Sonne)
in die herrlichen bayrischen Dirndln geschossen.
Ihr bayrischen Frauen, wie seid ihr so lieb und so fesch und so gut,
dass ihr all diese Labsal mir Taugenichts tut?
Sicher sicher, ich muss euch dafür ja bezahlen,
dass es sich so fürstlich unter euch lebt.
Doch der beste Meister könnte sich nicht ausmalen,
was ihr freimütig, herzlich und huldvoll mir gebt.
Also möcht ich weiter glauben, ihr herrlichen Wesen,
dass das alles allein aus der Seele, der bayrischen, kommt.
Für die einen sind es horrende Spesen;
für mich, als hätt' ich vier Tage im Himmel gewohnt.
Samstag, 2. September 2017
Montag, 7. August 2017
Der Brandenburger-Limerick
Ihr Brandenburger: Ich muss euch gesteh'n:
Eure Frauen sind schön!
Man möchte verschmachten,
tut man sie betrachten;
aber habt ihr euch selbst mal im Spiegel geseh'n?
Eure Frauen sind schön!
Man möchte verschmachten,
tut man sie betrachten;
aber habt ihr euch selbst mal im Spiegel geseh'n?
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